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Ausstellung 'Cats - Eiszeitliche Jäger' im Neanderthal Museum in Mettmann
Mit der spannenden Ausstellung „Cats – Eiszeitliche Jäger“ blickt das Neanderthal Museum in Mettmann 300.000 Jahre zurück, in die Zeit der Säbelzahnkatzen.

Ein sensationeller Zufallsfund in einem Tagebau von Schöningen (bei Braunschweig) brachte die Forschung ins Rollen. Man fand Kochen und Zähne von Säbelzahnkatzen, ein sehr seltenes Glücksgefühl für Archäologen. Zu dieser Zeit lebte der Homo Heidelbergensis, deren Holzspeere zu den ersten bekannten Jagdwaffen zählen. Dieser Frühmensch erlegte gerne Pferde. Viel weiß man bis heute nicht über diese Zeitepoche. Der gefundene Zahn ist aber von seiner Art her extrem besonders. Er hat geriffelte Kämme, fast wie ein Messer, um die Beute ordentlich zu verlegen. Insgesamt gab es fünf Arten von Säbelzahnkatzen in Europa. Die nordamerikanischen Verwandten erkennt man an dem besonders großen und fragilen Reißzahn. Beide Arten, die europäische als auch die nordamerikanische, starben später aus. Es ist davon auszugehen, dass kein Homo Sapiens je eine Säbelzahnkatze lebendig gesehen hat. Es existieren keine bekannten, kunstvollen Miniaturen oder Malereien, wie bei Löwen oder anderen Tieren.

Warum starben sie aus? Die Experten wissen es nicht. Wurden sie stark bejagt? Hat ein Klimawandel ihnen die Lebensgrundlage entzogen? Hat vielleicht der Frühmensch sie ausgerottet, um sich zu schützen? Die wenigen Funde liefern jedenfalls einige wissenschaftliche Erkenntnisse. Das genaue Aussehen ist nicht zu rekonstruieren, besonders das Fell, aber so in etwa wie in der Ausstellung müssen wir uns die Säbelzahnkatzen vorstellen. Zwar waren sie ähnlich groß wie ein heutiger Löwe, hatten kräftige Hinterläufe, waren allerdings nicht ganz so kräftig. Man vermutet, dass auch sie in Rudeln gejagt haben.

Man blickt in Mettmann auch in die Folgeorganismen, wie Gepard, Löwe, Ozelot oder unsere Hauskatze, dies seit 170.000 Jahren bekannt ist. Wie überleben sie und welche Eigenschaften zeichnen sie aus? Besucher dürfen auch interaktiv mitmachen. Wie sieht eine Katze im Dunkeln? Welche Beißkraft habe ich? Wie sehr können diverse Katzen ihren Unterkiefer abwinkeln, um Beute zu erlegen? Man lernt sehr viel über die Urformen unserer Katzen und ihre heutigen Nachfolger.

Eine ganz besondere Aktion findet man am Ende. Online können Katzenfreunde unter cats@neandethal.de Fotos und kurze Filme ihrer Liebsten hochladen. In der Ausstellung werden sie auf einer Leinwand gezeigt.

Es gibt ein interessantes Rahmenprogramm, u. a. mit Telefonführungen, wo Kuratoren nicht mehr mobilen Menschen die Ausstellung live und sehr detailreich verbal geistig vor Augen führen, eine Art Live-Podcast per Telefon.

Übrigens, die sehr waldreiche und schöne Gegend mit ihren Urzeittieren rund um das Museum eignet sich bestens für einen entspannten Spaziergang im Anschluss an die Ausstellung.

Laufzeit: 14. Mai bis 6. November 2022

www.neanderthal.de