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Theaterfest zur Spielzeiteröffnung 2022/2023 im Schauspielhaus Bochum
Auftakt am Schauspielhaus Bochum. Mit einem gelungenen Theaterfest lud man die BesucherInnen ein, um sich auf die kommenden Vorstellungen einzustimmen. Schon auf dem Vorplatz war die gute Stimmung nicht zu übersehen.

Willkommen im „Theater des Jahres“ im deutschsprachigen Raum und im besten Theater von NRW. Beide Auszeichnungen sind ganz frisch. Intendant Johan Simons ist mächtig stolz auf sein Team und alle Beteiligten. Es ist der Lohn für die letzten Jahre, die bekanntermaßen nicht ganz einfach waren.

Ein Führung vor und hinter die Kulissen ist bei einem Theaterfest obligatorisch. 1953 wiederaufgebaut, hat man zehn Jahre später die Kammerspiele ergänzt. Das Bühnenportal ist hier sogar 0,5 m größer und die Sitze bequemer. Beide Teile stehen unter Denkmalschutz, was auch die Farbe der Sitze im großen Haus betrifft. Die Musiker im selten genutzten Orchestergraben haben einen besonders kurzen Weg zur Kantine. Stolze 26 m Höhe misst der Schnürboden. Der eiserne Vorhang wiegt etwa 28 t. Eine 12 m im Durchmesser große Drehbühne wird bei Bedarf von der Wand auf die Bühne geleitet. Jede Menge Logistik ist im Haus nötig. Im Magazin lagern einige der Kulissen und Requisiten, die benötigt werden oder auf Gastspielreise gehen. Im Malersaal arbeiten Theatermaler an den Bühnenbildern. Die obere Galerie ist wichtig, um die großformatigen Werke mal aus anderer Perspektive zu betrachten. Schreiner und Plastiker sind hier ebenfalls am Werk. Alles muss aussehen wie von der Regie gewünscht, egal ob innen hohl.

In der Spielzeitshow im großen Haus stellten Intendant Johan Simons und Chefdramaturg Vasco Boenisch das Programm der neuen Spielzeit vor. Mitglieder des Ensembles lasen teilweise Auszüge aus dem jeweiligen Stoff vor oder es wurden Videobotschaften eingespielt. Besonders Appetit machten die Vorankündigungen zu „Die Schöne und das Biest“, „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, „Am Laufenden Band“ und „Woyzeck“.

Ein paar Wechsel im sehr hochklassigen Ensemble gibt es. Mourad Baaiz verlässt das Haus ebenso wie Ann Göbel, die ein Engagement an der Volksbühne Berlin angenommen hat. Das Urgestein Bernd Rademacher geht in Pension. Alle wirken als Gäste diese Spielzeit in Bochum noch mit. Neu in Bochum ist Staciyan Jackson.

Gespielt wurde auch. „Nicht wie ihr“ mit Karin Moog, Anne Rietmeijer und Kostantin Bühler ist ein Stoff um den österreichischen Fußballprofi und Nationalspieler Ivo, der in seiner ganz eigenen Blase lebt. 100.000 Euro pro Woche hat er auf seinem Konto. Ein Aston Martin, ein Bugatti und die Sonnenbrille gehören zu seiner Grundausstattung der Selbstdarstellung. Die Öffentlichkeit erlebt er als Belastung. Ständig diese Selfie-Wünsche der Fans. Einfach mal so aus dem Haus gehen oder in Wien eine heimliche Liebschaft zu treffen haben am nächsten Tag Schlagzeilen in den Medien und Sozialen Medien zur Folge. Ivo ist immerhin verheiratet und hat ein Kind. Seine Ehe knirscht. Regelmäßig spielt er Fussball-Videospiele oder konsumiert häufig seine Kollegen im Pay-TV. Ständig ist er auf Dienstreisen und muss Verletzungen in Kauf nehmen. Glücklich scheint er nicht zu sein. Es dreht sich um das wichtigtuerische Gehabe der Spielerberater und um die Mediencoaches, die ihm erzählen, wie er was vor Mikrofonen zu formulieren hat. Von der Lebenswelt der Fans ist man meilenweit entfernt. Die Branche ist die pure Selbstinszenierung. Auch wenn es nur Szenenausschnitte waren, so überzeugte die verkürzte Version auf ganzer Linie.

Datum: 28. August 2022

www.schauspielhausbochum.de