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'Biathlon World Team Challenge 2022' auf Schalke
Wenn Sport und Show zusammenkommen, dann nennt man das auf Schalke traditionell „Biathlon World Team Challenge“. Nach zwei zwei Jahren Zwangspause feierte man dieses Jahr ein gelungenes Comeback in der Arena, die insgesamt 19. Ausgabe.

Biathlon ist hip im Ruhrgebiet. Seit Jahren strömen die Menschen, um die Sportler mit ihren im Chor intonierten Ahs und Ohs unter Druck zu setzen oder anzufeuern. Für die SportlerInnen ist dieser Einladungswettbewerb Ehre und Herausforderung zugleich. Hier weht kein Wind am Schießstand, aber laut hallen die Schüsse durch die Arena, Fehler inklusive. Alle Augen sind auf die Aktiven gerichtet. Man braucht schon Nerven. Auf Schalke herrschen wirklich besondere Verhältnisse.

Dieses Jahr war auch wieder der Junioren-Wettbewerb einen genauen Blick wert, was viele gerne vergessen. Es sind die Stars von morgen. Einige von ihnen sind so sehr talentiert, dass man sie wohl schon in zwei, drei Jahren ganz sicher im Weltcup sehen wird. So auch das Team Norwegen mit Maren Bakken und Martin Uldal. Als wäre es ein Kinderspiel, fielen die Scheiben reihenweise im Blitztempo, spielerisch leicht. Läuferisch waren sie den anderen Teams ebenso meilenweit voraus. Eine sensationelle Performance. So kristallisierte sich schnell das Siegerteam heraus. Da fehlt nicht mehr viel nach ganz oben. Insbesondere den Namen Maren Bakken sollte man sich gut merken. Wie der gute Moderator des Abends, Herbert Fritzenwenger, anmerkte, haben die Norweger rund sechsmal so viele Aktive wie die Deutschen (etwa 500). In Trondheim wird in einem riesigen Leistungszentrum von morgens sieben bis abends 21 Uhr pausenlos trainiert. Schnee hat man auch genug. Die Erfolge haben ihre nachvollziehbaren Grundlagen.

So war man gespannt, was die großen Norweger auf die Piste bringen. Vetle Sjastad Christiansen, Olympiasieger von Peking, und Ingrid Landmark Tandrevold, auch keine schlechte, traten an und wollten es dem Nachwuchs gleichtun. Hätte es ein Wettbüro gegeben, sie wären ganz vorne gelandet. Konkurrenten waren die deutschen Teams mit Benedikt Doll/Denise Herrmann-Wick sowie Philipp Nawrath/Vanessa Voigt und natürlich Team Frankreich mit Fabien Claude/Julia Simon. Sie ist die aktuell weltbeste Biathletin, Führende im Weltcup. Das ließ aufhorchen. Schnell war klar, dass beide deutschen Teams zu viele Fehler am Schießstand hatten, keine Chance auf ganz vorne. Da ging im Massenstart, wie erwartet, die norwegische Post ab. Locker hängten sie alle anderen ab, obwohl sie ohne Trainer oder Technikleute angereist waren. Ihre Skier mussten sie selbst wachsen und sich auch um alles andere kümmern. Echte Weltklasseathleten können auch das. So ging der Sieg im Massenstart an Norwegen, während die Plätze dahinter häufig wechselten, dank vieler Schießfehler und Strafrunden. Die Deutschen waren diesbezüglich in guter Gesellschaft. In der anschließenden Verfolgung, dem zweiten Teil des Wettbewerbs, wurde es wieder interessant. Norwegen patzte gleich beim ersten Schießen mit zwei Strafrunden. Frankreich war hellwach, lief und schoss sich in einen Rausch, und gab den Vorsprung schließlich nicht mehr her. So durften Fabien Claude und Julia Simon am Ende den Pokal in die Höhe halten. Beinahe hätten Benedikt Doll/Denise Herrmann-Wick noch den Sprung auf den Bronzerang geschafft, doch zwei Schießfehler von Doll im letzten Schießen verhinderten das. Sie nahmen Platz vier mit einem Lächeln. Insgesamt wurde den Zuschauern international hochklassiger Sport geboten.

Ein Showprogramm als Rahmen gab es auch. Das Winterdorf war leider sehr verregnet. Trotzdem fanden sich ein paar Zuschauer mit Schirm und Kaputze an der Strecke ein. In der Arena ertönten stilvolle Alphorn-Klänge, ein Hauch von Ruhpolding. Das "Steigerlied" verwandelte die Arena in ein wunderschönes Lichtermeer. Was jedoch ein Flipper im Schnee gesucht hat, blieb vielen ein Rätsel. Delfine gehören ins Wasser. „Olaf der Flipper“, der verbliebene Teil der „Flippers“, kam trotzdem. Mit einer roten Glitzerjacke gekleidet intonierte er bekannte und weniger bekannte Töne. Musik ist eben Geschmackssache.

Die Biathlon-Welt freut sich nun auf Ruhpolding, die WM in Oberhof und natürlich auf die 20. Ausgabe von „Biathlon auf Schalke“ im Dezember 2023.

Datum: 28. Dezember 2022

www.biathlon-aufschalke.de