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Reisetipp: Die bayerischen Künstlerkolonien Dachau, Prien am Chiemsee und Markt Murnau a. Staffelsee
euroArt in Dachau:

Dachau liegt nördlich von München, hat knapp 50.000 Einwohner und war Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine bekannte Künstlerkolonie. Zwischen 1875 und 1914 war ihre Hochzeit. Erst später, mit dem Bau des ersten Arbeitslagers der Nationalsozialisten kam Dachau zu einem weniger ruhmreichen Image.

Die Stadt entdeckte erst vor rund 20 Jahren, dass sie zu ihrer Vergangenheit stehen muss. Parallel entwickelte man Konzepte, wie man die Künstler mit in die touristischen Möglichkeiten einbindet. Es entstand ein Künstlerweg, mit Orten, die den Standort der Maler dokumentieren, Infotafeln inklusive. Leute wie Adolf Hölzel, Ludwig Dill oder Arthur Langhammer fanden hier zusammen und bildeten enge Freundschaften. Sie zog u. a. das Moos vor den Toren der Stadt an und waren ein nicht unwichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt, schließlich waren sie erfolgreiche Künstler, die gerne Helfer zum Tragen ihrer Malausrüstung engagierten. Ihre Arbeiten verkauften sie gerne in der Kunststadt München. Einige von ihnen machten sich sogar später als Professoren an Kunstakademien einen Namen. Selbst Korinth oder Liebermann waren hier zu Gast. In der Gemäldegalerie Dachau sind zahlreiche Zeugnisse der Künstlerkolonie zu bewundern, Sonderausstellungen inklusive. Hier lohnt auf jeden Fall ein genauerer Blick auf diese besondere Zeit.

Eine Besonderheit in Dachau waren die sogenannten "Malweiber". Da Frauen erst ab 1920 an der Staatlichen Akademie in München aufgenommen wurden, fanden sie in der Künstlerkolonie Dachau ihre Lehrer, dies ich diese Einnahme nicht entgehen ließen. Zahlreiche Frauen hatten so die Möglichkeit, sich künstlerisch ausbilden zu lassen. Paula Wimmer oder Käthe Löwental waren zwei ihrer Protagonistinnen. Die Emanzipation war deutlich zu spüren, auch wenn sie nicht aussellen durften. Es werden Führungen auf den Spuren der Malweiber angeboten, die u. a. vom „Malweib“ Nina Schiffner geführt werden. Wer Interesse hat, der kann auch mal in einem der Ateliers anklopfen. Eine der heute noch aktiven Künstlerinnen ist Monika Siebmann, die sich dem Metall, in Verbindung mit gebranntem Ton widmet. Sie ist Mitglied der Künstlervereinigung Dachau.

In Dachau kümmert man sich im Rathaus höchstpersönlich um die Kunst. Es gibt sehr regelmäßig schöne Ausstellungen der Kunstvereine sowie Ankäufe des Stadtrates, um örtlich wirkende Künstler zu fördern. Man ist sich der Rolle der Kunst für die Stadt sehr bewusst.

Neben der bildenden Kunst hat Dachau auch noch andere Attraktionen. Ein kleines Zollhäuschen ermöglichte damals recht gute Einkünfte, denn Dachau war ein Verkehrsknotenpunkt. Prachtvoll erhebt sich der verbliebene Flügel des Schlosses aus dem 18. Jahrhundert. Es war die Sommerresidenz der Wittelsbacher, direkt an den heutigen Hofgarten grenzend. Das edle Entreé und die prächtige Holzdecke im großen Festsaal wirken beeindruckend. Sie misst 409 qm und wiegt 22 Tonnen. Vom Hofgarten hat man einen tollen Blick über das ehemalige Moos. Die Innenstadt hat gemütliche Ecken, Restaurants und Geschäfte. Kunst und Kulinarik lassen sich durchaus gut verbinden. Darüber hinaus finden in Dachau Konzerte und ein Literaturfestival mit namhaften Beteiligten statt.

Die Recherchereise erfolgte auf freundlicher Einladung der Tourismusverbände der Orte Dachau, Prien am Chiemsee und Markt Murnau a. Staffelsee. Ein großer Dank an alle Organisatoren, Hotels, Restaurants und Gästeführer für ihr großes Engagement. Alle Kosten wurden übernommen. Die Organisation vor Ort übernahm sehr nett die "Münchner Marketing Manufaktur".

Dauer: 6. bis 9. Oktober 2021

www.dachau.de

allgemeine Fotos und Infos zur "euroArt" in Bayern
Fotos und Infos zur "euroArt" in Prien am Chiemsee
Fotos und Infos zur "euroArt" in Markt Murnau a. Staffelsee

www.m-manufaktur.de