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Ausstellung 'The Mystery of Banksy - A genius Mind' im Technikum in Mülheim an der Ruhr
Eine Ausstellung begeistert in Mülheim an der Ruhr. „The Mystery of Banksy - A genius Mind“ präsentiert im Technikum auf dem ehemaligen Tengelmann-Gelände mehr als 150 Werke des Master of Streetart.

Diesen Künstler kennt jeder. Seit der ersten Versteigerung vom „Girl with balloon“, inklusive des Schredders, ist sein Name weltweit bekannt. Er ist ein kontroverser Künstler, der die Dinge in der Welt wahrnimmt und auf seine Art verarbeitet. Ein Copyright möchte er nicht. Er dokumentiert sein künstlerisches Schaffen nicht selten filmisch. Viele seiner Werke existieren an der originalen Stelle nicht mehr. Entweder wurden recht bald zerstört, übermalt oder entfernt, um sie teuer zu versteigern. Sie erzielen teilweise zweistellige Millionenbeträge. Begonnen hat Banksy Mitte der 1990er in Bristol. Dort wurde er bekannt. Später tauchten seine stets überraschenden Arbeiten im öffentlichen Raum auch in anderen Städten auf, in London oder New York. Er arbeitet schnell, benutzt Schablonen, was unter Sprayern eigentlich verpönt ist. Hin und wieder sind es aber auch limitierte Auflagen von Arbeiten auf diverse Materialien, die verkauft werden. Sie befinden sich in der Regel als Geldanlage in Privatbesitz. So ist diese Ausstellung eine seltene Gelegenheit, die sehr gut gemachten Repliken in Mülheim konzentriert an einem Ort zu bewundern. Alle sind von erfahrenen Sprayern nach originalen Vorbildern angefertigt worden. Das Ausstellungsdesign und der Parcours ist exzellent von Theaterbühnenbildnern entworfen und umgesetzt worden. Man kann einen U-Bahn-Wagon der Londoner U-Bahn besteigen. Sein damaliges Werk existierte nur wenige Minuten, ehe es entfernt wurde. In der Ausstellung kann man im Waggon Platz nehmen und es auf sich wirken lassen. Nachgestellt ist ebenso seine Bilderkollage eines Kreuzfahrtschiffes in Venedig, eine Kritik am übermäßigen Tourismus der Lagunenstadt. Eine große LED-Leinwand präsentiert sein Wirken anhand von animierten Grafiken. Einfach Platz nehmen und staunen.

Banksy ist jemand, der politisch und gesellschaftlich den Finger in die Wunde legt. Er denkt weiter als viele andere, zeigt Zusammenhänge auf und vollendet sie so dass sie im Stadtbild auffallen. Sein berühmtes Bild „Devolved Parliament“ mit den Affen im britischen Parlament ist hier sogar in Originalgröße animiert zu erleben, mit verschiedenen Lichtsituationen. Der Besitzer des Originals ist unbekannt. Die Kirche, die Politik, großen Konzerne, Kriegsherren, aber auch wir Betrachter bekommen deutlich den Spiegel vorgehalten. Dabei appelliert er immer wieder an Grundwerte, wie die Achtung vor Kindern, unsere Freiheit, Demokratie oder die Nächstenliebe. Immer wieder tauchen seine symbolischen Affen und Ratten auf. Eine provokante Konsumkritik ist seine „Barely legal“-Ausstellung 2006 in L.A., wo er Hollywood-Stars und Celebraties in ein Industrielager einlud. Der anwesende Elefant war mit derselben Grafik in Rot und Gold versehen, wie die Tapete. An der Wand hingen seine typischen Gemälde, die er mit ungewöhnlichen Details ergänzt und ihnen so eine kritische Aussage entlockt. Banksy hat sich einen eigenen Kosmos und seinen Stil geschaffen, die ihn mittlerweile auf eine Stufe mit Andy Warhol oder Roy Lichtenstein stellen.

Banksy ist auch ein Projektkünstler. Mit „Dismaland“ hatte er sich für fünf Wochen seinen eigenen Freizeitpark erschaffen, in dem alles anders war. Die Kutsche von Cinderella liegt verunglückt auf dem Kopf, ein Militärfahrzeug überwacht einen Platz und die Mitarbeiter sind bewusst alles andere als freundlich. Es kamen 150.000 Besucher, ehe der alte Freizeitpark abgerissen wurde. Dieses Projekt wird ebenso präsentiert, wie die weltberühmte Versteigerung von „Girl with balloon“. Die Blicke der bei der Auktion anwesenden Leute muss man genießen. Die Repliken hänge neben dem Bildschirm, auf dem auch die versteckte Technik mal gezeigt wird. So foppt man den Kunstmarkt und lässt seine eigene Preissteigerungen explodieren.

Sozial ist Banksy sehr aktiv. Seinen „Game Changer“ spendete er einem britischen Krankenhaus, als Dank für die Arbeit während der Pandemie, während der er sehr aktiv war. Endlich konnte er mal offiziell mit einer Maske arbeiten. Das Werk wurde für knapp 20 Mio. Euro versteigert. Der Erlös kam den britischen Gesundheitswesen zu Gute. Was kaum einer weiß ist, dass Banksy ein ehemaliges Militärboot gekauft und pink angestrichen hat. Zehn Besatzungsmitglieder sind damit unterwegs, um Flüchtlinge auf dem Meer aufzunehmen und zu retten.

Die Erlebniswelt der Streetart kann man in Mülheim komplett ohne Vorkenntnisse erleben. Sie ist thematisch sehr umfangreich und extrem spannend gestaltet. Banksy ist viel mehr, als man in Deutschland von ihm kennt. Zwei Stunden sollte man für dieses Universum mindestens einplanen, um Banksy aufzusaugen. Leider war bisher noch nicht in Deutschland aktiv.

Zur Ausstellung ist im Shop ein Katalog erhältlich.

Laufzeit: 7. Oktober 2022 bis 15. Januar 2023

mystery-banksy.com