abenteuer-ruhrpott.info Aktuelles abenteuer-ruhrpott.info
Freizeittipps
Veranstaltungen
Ausstellungen
Bücher / Musik
Kontakt
Impressum
Tanztheater 'Adam & Eve' im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen
Mit „Adam & Eve“ bringt das Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen ein Tanztheater auf die Bühne, das einen historischen Stoff der Geschichte auf eine sehr abstrakte Art und Weise sehenswert darstellt.

Der Abend wird in drei Teilen präsentiert, „Eve“, „Adam“ und eine Art Prolog unter dem Titel „Panorama“. Was kann man sich darunter vorstellen? „Panorama“ ist eine Arbeit der portugiesische Choreografin Liliana Barros. Diverse Kreaturen oder Wesen tauchen an einem verlassenen Ort auf, sind sich fremd und versuchen sich anzunähern. Sie tauschen Blicke aus, fliehen voreinander, kommen zusammen und sind sich doch fremd. Es ist eine bunte Welt, ähnlich eines verlassenen Paradieses, das einst üppig blühte. Wie eine Spinne schleicht man über die Bühne. Ist diese giftig oder kann man ihr trauen? Sie entspringen einem Kokon und verschwinden wieder. Alles wirkt ein wenig geheimnisvoll und fern von dieser Welt. Liliana Barros hatte dabei bildlich Hieronymus Boschs Tryptichon „Der Garten der Lüste“ im Sinn.

Die Choreografie von „Eve“ und „Adam“stammt von dem Israeli Roy Assaf. Sie wird solo von einer der Tänzerinnen der Kompanie dargeboten. An diesem Abend war es Marie-Louise Hertog, die ihren Solo-Part sehr gut interpretierte. Dabei muss man als Tänzerin heute auch verbal und gesanglich Talent mitbringen. Sie kann es live, spielt ihre Rolle selbstbewusst und lustvoll. Das Spiel mit Posen und Klischees kommt gut rüber, während sie klar ihre Wünsche formuliert: „Girls wanna have fun“. Diese Songikone von Cindy Lauper ist Ausdruck der weiblichen Gelüste, was sich ebenfalls in machen Posen ausdrückt. Marie-Louise Hertog ist eine sehr ausdrucksstarke Vollbluttänzerin, die auch verbal und gesanglich glänzen kann. Bei den Folgevorstellungen werden abwechselnd andere Tänzerinnen diese Solo-Rolle übernehmen.

„Adam“ ist sehr außergewöhnliches Werk. Hier stellt Roy Assaf die Körperteile in den Vordergrund. Was wäre, wenn sie zu uns sprechen könnten? Mit viel Humor stellen die Mitglieder der Kompanie tänzerisch und verbal Hände, Füße, Knie, Schultern oder sogar ihre Geschlechtsteile vor. Gender ist dabei ein wichtiger Aspekt. Geht man auf der Bühne die Liste der Körperteile durch, so sind sich Mann und Frau dann doch nicht zu hundert Prozent gleich. Man ist sichtbar stolz auf seine Unterschiede.

Es ist ein außergewöhnlicher Abend mit ausgefallenen Choreografien jenseits des Mainstreams.

Datum: 30. Oktober 2021 (Premiere)

www.musiktheater-im-revier.de