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Ausstellung 'Hipgnosis.Breathe' in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Mit der klasse Ausstellung „Hipgnisis.Breathe“ entführt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen in die Welt der Musik. Anlass ist der 50. Jahrestag des Albums „Dark side of the moon“ von Pink Floyd.

Es ist tatsächlich schon gut ein halbes Jahrhundert her, dass Aubrey Powell und Storm Thorgerson das Cover für „Dark side of the moon“ entwarfen. 650 Mio. mal wurde es verkauft. Das Licht im sich brechenden Prisma ist seitdem auf T-Shirts und anderen Gegenständen nicht mehr wegzudenken. Es war der Durchbruch für Aubrey Powell und Storm Thorgerson als Inhaber der Kreativagentur „Hipgnisis“, nach langen recht erfolglosen Jahren. Mit Pink Floyd kam der Erfolg. Sie waren es auch, die den Agenturnamen über die Studiotür geschrieben haben sollen, inhaltlich eine Mischung aus neu und trendy. Es folgten zahllose Aufträge für weitere Plattencover von Paul McCartney, 10cc, Genesis, Peter Gabriel, die Scorpions, Led Zeppelin, weitere Pink-Floyd-Cover und andere große und kleinere Stars der damaligen Szene. Rund 15 Jahre lang waren diese Cover der Zugriff der Fans zu ihren Bands. Es war die Hochzeit der LP-Cover. Aubrey Powell und Storm Thorgerson tobten sich gestalterisch aus. Sie schufen grafische Ikonen der Rockgeschichte. Zu sehen sind Arbeiten, darunter Entwurfsskizzen, großformatige Fine-Art-Prints, Fotos oder Plattenhüllen.

Das ausgerechnet sie die Ikonen schufen liegt an ihrem Konzept. Sie hatten eine sichtbare Leidenschaft für Surreales. Die Kunst von Duchamps, Magritte oder Dali hatte großen Einfluss auf ihre Coverentwürfe. Oftmals hatte das Bild nichts mit der Musik zu tun. Die Musiker waren höchstens klein und verfremdet in eine Kollage eingefügt. Es wurde kein Personenkult betrieben. Eher ließ man sich von wilden Naturlandschaften leiten, ging in die Wüste oder an schroffe Küsten. Es war alles noch analoge Handarbeit, die Ideen in Fotos umzusetzen und künstlerisch zu verfremden. Einige schöne Anekdoten sind auf den Saaltexten oder Bildunterschriften zu finden. Manchmal brauchte es Wochen von der Idee bis zum fertigen Cover, manchmal war ein Fast-Schnappschuss, der im Alltag das passende Motiv hergab, wie die Wassertropfen auf dem Auto. Dabei hatten die Künstler einen Vertrag mit „Hipgnisis“ geschlossen. Die Covergestaltung lief damals nicht über die Plattenfirma. Leider merkt man es heute an der schlechten Qualität der Cover, die gerne ein Foto der KünstlerInnen präsentieren. Es muss schnell gehen und darf nur wenig kosten.

Ist es Pop-Art oder doch Fine-Art? Jedenfalls wird die Zeit der legendären Plattencover heute in Museen mit einer neuen Blickrichtung versehen. Aus surrealem Photodesign wird Kunst. In London sahen eine ähnliche Ausstellung über 400.000 Besucher. Man erinnert sich gerne an diese Zeit, als man Songs auf Vinyl noch ausspielte und jeden Ton genoss, keine digitale, beliebige Musikwüste auf Youtube oder anderen Portalen.

Erschienen ist ein kleines Booklet zur Ausstellung. Zudem wird ein Soundwalk per Kopfhörer vorbereitet.

Bei dieser Ausstellung macht die Ludwiggalerie ihrem Namen übrigens alle Ehre. Die meisten der Werke werden von Aubrey Powell signiert. Sie können am Ende der Ausstellung erworben werden. Die Preise liegen zwischen knapp 1.000 und 20.000 Euro für die beneidenswerte, großformatige Grafik des Albumcovers von „Dark side of the moon“. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Browse Gallery Berlin.

Laufzeit: 21. Januar bis 20. Mai 2024

www.ludwiggalerie.de

Blick in die Ausstellung, Foto: Jehle

Ausstellung 'Hipgnosis.Breathe' in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

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