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Ballett 'Krabat' von Demis Volpi am Ballett am Rhein in Duisburg
Mit dem Ballett „Krabat“ präsentiert das Ballett am Rhein in Duisburg eine phantastisch schöne Choreografie von Demis Volpi, nach einer literarischen Vorlage von Otfried Preußler.

Der Müllergeselle Krabat (Vinicius Vieira) und seine Kollegen haben es unter ihrem Meister (Nelson Lopez Garlo) nicht einfach. Die Arbeit ist hart und seine schwarze Magie, für die er eine Leidenschaft pflegt, macht es ihnen nicht einfacher. Jedes Jahr muss einer von ihnen sterben, damit ihr Meister weiterleben darf. Nur wenn sich ein Mädchen in einen der Gesellen verliebt und eine bestimmte Aufgabe erfüllt, dann sind alle frei und der Meister muss sterben. Die Liebe ist der Schlüssel zum Glück, so die Botschaft.

Otfried Preußler hat selbst die Nazi-Zeit miterlebt. Unterdrückung, Repressalien und Leid kennt er nur zu gut, war sogar in Kriegsgefangenschaft. Der Stoff ist also eine Art Märchen mit biografischen Zügen. Zehn Jahre lang hat er an diesem Stoff gearbeitet. Demis Volpi hat 2013 daraus ein Ballett erschaffen.

Der rote Faden dreht sich um Liebe, Hoffnung und Kraft. Immer wieder blitzt auch die Magie durch. Überraschende Illusionen tauchen hier und da auf der Bühne auf. Am Ende wird der Meister durch eine Illusion sogar geköpft. Man staunt, wie das alles funktioniert, wie ebenso teilweise sehr schnelle Kostümwechsel auf der Bühne. Auch das Bühnenbild ist klasse hergerichtet. 1.500 Mühlsäcke hat man als Kulisse gestapelt. Ein Teil davon fällt an Ende sehr effektvoll in sich zusammen, erzeugt so Tiefe. Optisch hat die Bühne (Katharina Schlipf) sehr viel zu bieten. Ein großes Tuch symbolisiert die noch romantische, unbeschwerte Zeit. Mädchen singen und tanzen. Hinter dem wabernden Tuch verbirgt sich aber auch das Böse, der Meister in der Mühle. Das Spiel mit der Angst wird sehr geschickt dargestellt, auch durch die wunderschönen Kostüme des Meisters und des Herrn Gevatter (Clara Nougué-Cazeave), wie aus einer Fantasy-Welt.

Tänzerisch erlebt man die im Takt arbeitenden Gesellen, die wie Roboter wirken. Krabat kann allerdings auch ganz romantisch, im körperlosen Liebes-Pas-de-Deux mit Kantorka (Futaba Ishizaki). Richtig gut choreografiert sind auch Kampfszenen, wenn der Meister sich mit Pumphutt (Long Zou) duelliert und verliert. Später ist ihm auch noch Kantorka überlegen. Alle schwarze Magie hilft da nichts. Da es sich um eine Handlungsgeschichte dreht, müssen die Tänzer auch schauspielerisches Geschick ohne Worte beherrschen, was sie vorzüglich beweisen. Kommt es zu Szenenbrüchen, so spielt man geschickt mit dem Licht (Bonnie Beecher) und der wunderbaren Live-Musik, mal ganz fein und leise, mal ordentlich dramatisch, je nach Situation. Es sind Stücke aus dem 20. Jahrhundert von Peteris Vasks, Philip Glass und Krzysztof Penderecki, ergänzt durch Maschinengeräusche aus der historischen Meulesmühle, die die harte Arbeit akustisch eindrucksvoll betonen. Für den schönen Gesang ist die Solistin Mara Guseynova zuständig.

Diese bildhafte Choreografie ist ein Zuckerstückchen für jeden Freund des Balletts. Hier mischen sich klassisch und modern. Spitzentanz ist durchaus dabei und alles wirkt selbstverständlich federleicht. Es ist ein sehr gelungenes Stück für die ganze Familie.

Datum: 15. Juni 2024

www.operamrhein.de



Ballett 'Krabat' von Demis Volpi am Ballett am Rhein in Duisburg, Foto: Ingo Schäfer

Ballett 'Krabat' von Demis Volpi am Ballett am Rhein in Duisburg

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