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Opernabend 'Iolanta / Le Rossignol' im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen
Das Musiktheater im Revier (MiR) präsentiert mit „Iolanta / Le Rossignol“ von Peter I. Tschaikowski und Igor Strawinsky gelungen einen spannenden Opern-Doppelabend, der inhaltliche Parallelen aufweist.

Zwei jungen Opernregisseurinnen durften an diesem Abend gemeinsam wichtige Erfahrungen sammeln. Tanyel Sahika Bakir bekam die „Iolanta“ und Kristina Franz kümmerte sich um „Le Rossignol“. Beide bekamen die Aufgabe, sich mit demselben Bühnenbild zu arrangieren und auch den gleichen Kostümbildner zu haben. Die Proben mussten geschickt abgestimmt werden, da auch einige SängerInnen in beiden Inszenierungen zu sehen sind. Es war komplettes Neuland für das Haus und alle Beteiligten.

„Iolanta“ ist ein märchenhaft-tragischer Stoff mit einer auf den ersten Blick herrlich paradiesisch anmutenden Bühne, die allerdings von hohen, grauen Mauern umgeben ist. Es ist der Lebensraum, in dem die blinde Prinzessin Iolanta (Heejin Kim) von ihrem Vater, dem König (Luciano Batinic), versteckt und eingesperrt wird. Niemand von den Hofangestellten darf ihr ihr Schicksal mitteilen. Außenstehenden droht sogar die Todesstrafe, wenn sie den Garten betreten. Nur der Ritter Vandémont (Khanyiso Gwenxane) verliebt sich in den Garten und Iolanta. Aus der traurigen jungen Frau wird eine, die allmählich die Lust des Lebens verspürt und sich in Vandémont verguckt. Da ist selbst der totalitäre König machtlos. Die dann an den Augen operierte sehende Iolanta darf Vandémont heiraten.

Iolanta ist eine groß dargebotene Rolle. Eine blinde Person zu spielen ist gar nicht so einfach. Zunächst sitzt sie allein und traurig auf einer Schaukel in ihrem Garten, um sie herum das Hauspersonal, das für alles sorgt. Mit dem fremden Ritter alleine spürt sie erstmals eine Art Neugier und Abenteuerlust, sogar körperliche Gefühle. Khanyiso Gwenxane verkörpert die Rolle des Vandémont großartig. Beide zusammen sind ein szenisches Gedicht auf der Bühne, so sehr werden ihre Gefühle zueinander sichtbar gemacht. Iolanta legt den roten Mantel ab und zeigt sich im weißen, unschuldigen Kleid.

Zu Strawinsky „Le Rossignol“ gibt es durchaus Gemeinsamkeiten. Die Nachtigall ist so eine Figur am chinesischen Hofstaat. Sie wird wunderbar von der Gastsängerin Lisa Mostin verkörpert, stimmlich und körperlich sehr lebendig. Das sind Rollen, die man als Künstlerin förmlich aufsaugt. Man spürt ihre Lust der Darstellung dieser Figur. Der zweite Teil ist jedenfalls sehr chinesisch geprägt. Auch die sehr farbigen Kostüme waren wieder richtig viel Aufwand. Hinzukommen die gelungenen Einlagen der Puppensparte, die zum Teil mit überdimensionalen Objekten arbeiten. Auch der zweite Teil des Abends kann überzeugen.

Datum: 24. Februar 2024

www.musiktheater-im-revier.de

Opernabend 'Iolanta / Le Rossignol' im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, Foto: Pedro Malinowski

Opernabend 'Iolanta / Le Rossignol' im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen

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