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Reisetipp 'Industriekultur in Leipzig' - Baumwollspinnerei
Alles begann am 21. Juni 1884 mit der Gründung der Leipziger Baumwollspinnerei. In der heutigen Halle 20 wurde in Leipzig erstmals die damals so begehrte Baumwolle hergestellt. Heute existiert die Baumwollspinnerei in Plagwitz noch immer, nur dass Kreative hier ihre Heimat gefunden haben.

Das Gelände atmet unendlich viel Geschichte. Was klein begann, das wuchs mehr und mehr. Es kamen Hallen hinzu. Die Belegschaft vergrößerte sich. Die Löhne standen allerdings lange Zeit nicht im Verhältnis zu den erzielten Gewinnen. Die Arbeitszeit betrug bis zu 77 Wochenstunden. Es waren abenteuerliche Arbeitsbedingungen, obwohl das soziale Engagement für die Mitarbeiter nicht vergessen wurde. Man war schließlich auf Fachpersonal angewiesen. Teilweise hatte man sogar eigene Baumwollplantagen in Afrika. Die Kriegsjahre waren von Wirrungen durchzogen. In der DDR wurde weiter produziert, bis 1993 das Aus kam. Über hundert Jahre lang wurden an diesem Standort Baumwollgarne hergestellt.

All den Lärm, den Stress, die lange Arbeitstage und die Aufs und Abs ahnt man heute nicht mehr, wenn über das Gelände läuft. Die alten Hallen haben sich zu schicken Räumlichkeiten mit dem gewissen optischen Charme entwickelt. Viele Galerien haben einen Standort gefunden. Die Kunst ist in der Spinnerei zu Hause, auch museal. Teilweise findet man mitten in einer Galerie eine tragende, gusseiserne Säule, die alleine schon als skulpturales Objekt locker durchgehen würde. Die geschaffenen Räumlichkeiten sind ideal als Präsentationsräume für Kunst.

Auf dem Gelände mit rund 90.000 qm Nutzfläche befinden sich ebenfalls Architekturbüros, Handwerksbetriebe, Läden für Künstlerbedarf und andere Geschäfte. Dabei wirkt alles noch äußerlich wie zur Zeit der ersten Jahre. Schick ist anders, aber das Quartier hat einfach einen Stil, der anspricht. Die alte Bausubstanz ist heute noch sehr robust. Man hat Ende des 19. Jahrhunderts qualitativ hochwertig gebaut.

Als Besucher ist man herzlich eingeladen die alte Spinnerei in ihrer heutigen Nutzung auf eigene Faust zu erkunden. Die neuen Nutzer heißen einen herzlich willkommen. Einfach mal neugierig hinter die Türen und in die teilweise offenen Treppenhäuser blicken. Man gewinnt jede Mange spannende Eindrücke. Wieder mal waren es die Künstler als Keimzelle, die als erste einen industriekulturellen Standort erschlossen und zum Erhalt beigetragen haben.

Datum: 10 bis 12. Juli 2020

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www.spinnerei.de