abenteuer-ruhrpott.info Aktuelles abenteuer-ruhrpott.info
Freizeittipps
Veranstaltungen
Ausstellungen
Bücher / Musik
Kontakt
Impressum
Reisetipp 'Industriekultur in Leipzig' - Panometer
Nicht nur Oberhausen besitzt einen Gasometer. Auch in Leipzig wird ein ähnlicher kulturell genutzt. Er nennt sich Panometer und ist eine wichtige Attraktion im eher südlichen Teil der Stadt.

Gasometer sind Behälter, die Gas für gewisse Zwecke speichern. In Leipzig war es Stadtgas, also ein Gas, das für die Beleuchtung in der Stadt sorgte. Elektrisches Licht war 1836 noch nicht üblich, als man den ersten Gasometer in Leipzig baute. Die wachsende Stadt erforderte immer wieder Erweiterungen. So stammt der heute bespielte Gasometer aus dem Jahre 1910. Er ist Teleskopgasometer mit einem gemauerten Mantel aus Ziegeln und sogar über hundert Fenstern. Das Dach ist kuppelförmig gestaltet. Das Mauerwerk ist 30 m hoch und 1,17 m dick. Bis zur Dachspitze sind es knapp 50 m. Der Durchmesser beträgt knapp 57 m. 54.000 Kubikmeter Gas passten hier hinein.
Ganz streng genommen ist ein Gasometer allerdings nur ein Gasbehälter. Als den Gasometer darf man lediglich das Messgerät zum Füllstand des Gasbehälters bezeichnen.

Was zeigt man an diesem Ort? Regelmäßig werden hier Wechselschauen verschiedener Panoramen im Innenteil präsentiert. Seit 2003 zeichnet der Künstler Yadegar Asisi dafür verantwortlich. 32 m hoch und 3.500 qm groß ergeben diese besonderen Bilder eine kreisrunde und geschlossene Fläche. Sie werden mit unterschiedlichem Licht bespielt und musikalisch begleitet. In der Mitte befindet sich ein 15 m hoher Aussichtsturm, der weitere Perspektiven ermöglicht. Zu sehen waren an diesem Ort bereits Präsentationen zu Themen wie Amazonien, zur Titanic oder zum Mount Everest.

Noch bis zum Frühjahr 2021 ist hier die wunderbare Geschichte von "Carolas Garten" zu erleben. Es ist ein wahrlich paradiesisches Panorama, das allerdings auch die Gesetze der Natur nicht außer Acht lässt. Der Aspekt der Jahreszeiten und der Vergänglichkeit wirkt mit. Es gibt einen Komposthaufen. Der Nager ist bereits im Jenseits, wie auch Carola. Es war ihr realer Garten, aus dem sie ihre Kraft schöpfte. Lange Jahre Carola war als anpackende Hand bei der Gestaltung des Gasometers sehr aktiv dabei, ehe sie 2015 starb und eine Lücke hinterließ. Die Installation ist eine Mahnung, die Natur mit all ihrer Schönheit und Gesetzmäßigkeiten zu achten und den Tod als Teil der Kultur zu betrachten.

So zeigt das Riesen-Panorama den kindlichen Spaß, ein Gewächshaus, die Pflanzen im Laufe der Jahreszeiten, den Garten als Rückzugsraum oder die Aufgabe der Bienen. Alles wirkt ziemlich verdichtet und überall gibt es Details zu entdecken. Einige Objekte sind proportional stark vergrößert. Man kann den Blick neugierig schweifen lassen und entdeckt dabei immer wieder andere Objekte, ob im Tag- oder Nachtmodus und begleitet von einem sehr passenden Soundtrack.

Ergänzt wird die Schau durch mehrere Begleitausstellungen. Als Prolog wird man in die Geschichte von "Carolas Garten" eingeführt. Wie sieht er tatsächlich aus? Was wächst dort? Was macht diesen Garten so besonders? Künstlerische Arbeiten verdeutlichen das Thema sehr gut. Im Panorama findet man zudem u. a. XXL-Modelle von Julia Stoess. Sie lernen uns die Insekten besser zu respektieren, wenn man ihre Details näher betrachtet.

Datum: 10 bis 12. Juli 2020

zurück zur Hauptseite

www.panometer.de