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Reisetipp 'Industriekultur in Leipzig' - Motorboot-Tour
Städte kann man oft sehr gut vom Wasser aus erleben. In Leipzig ist das nicht anders. Zwar fließt hier kein großer Strom durch die Stadt, aber man bemüht sich seit Jahren, alte Wasserstraßen wieder zu beleben und sogar wieder frei zu schaufeln. Man möchte die Innenstadt wieder an das Wasser anschließen. Die Stadthafen Leipzig GmbH bietet u. a. Motorboot-Touren und Kanufahrten an.

Los geht es im Stadthafen, mit elektrisch betriebenen Motorbooten, die 11 KW (15 PS) leisten. Die Tour führt über den Elstermühlengraben, die Weiße Elster und den Carl-Heine-Kanal in Plagwitz. Die Weiße Elster entspringt im Vogtland/Erzgebirge. Der Elstermühlengraben diente einst der Wasserkraft, um Mühlen zu betreiben. Zahlreiche Brücken säumen die Tour. Die erste ist gleich auch die niedrigste. Man muss in dem Boot schon sehr flach machen, quasi hinlegen, um darunter hindurch zu gelangen. Anschließend fühlt man sich wie im Spreewald. Das Grün wuchert am Ufer.

Einst zierten weißer Sand und Perlmuttmuscheln die Ufer. Etwas später tauchen schöne Villen am Ufer auf. Einige waren auch schon Filmkulissen in TV-Serien. Die ehemaligen Residenzen vom Künstler Max Klinger (1857-1920) oder von Dr. Carl Heine (1819-1888) stehen dort. Hier befindet ebenfalls die Villa der Verlegerfamilie Baedeker. Leipzig war einst die nationale Hochburg der deutschen Verleger. Viele hatten in Leizpig ihre großen Verlagshäuser, ehe der Zweite Weltkrieg dem ein Ende setzte. Leipzig wurde zwar zum Glück nur punktuell bombardiert, aber die Verleger waren ein wichtiges Ziel.

Am Elsterflutbecken schippert man teilweise auf einem künstlich aufgestauten Gewässer. Der Damm verhindert, dass die Innenstadt eventuell volllaufen kann. In Plagwitz angekommen, das einst Sumpfland war, fallen einem die wunderbar sanierten und zu Wohnungen umgebauten Buntgarnwerke auf. Wer keinen Balkon hat, der hat dort einen Dachgarten. Die schicken Wohnungen sind allerdings eher ungeeignet für Familien. Sobald Nachwuchs kommt, wird eine Wohnung frei. Am Ufer wurden die ehemaligen Gleise der Dampfloks zu Fußwegen. Der Bau des Carl-Heine-Kanals begann 1856. Die Straßenbahn folgte 1872.

Nebenbei erfährt man interessante Informationen über Leipzigs Geschichte. 1409 wurde die Universität gegründet. Leibnitz, Mendelsohn und Bach verweilten längere Zeit in der Stadt. Goethe hat in Leipzig seine Farblehre entwickelt. Das neue Rathaus hat 800 Amtsstuben und wurde für eine Millionenstadt konzipiert. Ein echter Leipziger ist man nur, wenn man in dritter Generation der Stadt verbunden ist. Es gab sogar mal ernste Absichten der DDR-Führung Leipzig abzureißen, denn unter der Stadt liegt jede Menge Braunkohle, ein wichtiger Rohstoff der DDR. Proteste verhinderten diesen irrwitzigen Plan. Matthias und die anderen Bootsführer haben jede Menge zu berichten.

Die Reise durch Hamburg, den Spreewald und Venedig endet nach 70 Minuten plus eventueller Zugabe wieder am Stadthafen.

Datum: 10 bis 12. Juli 2020

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www.stadthafen-leipzig.com