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Buch 'Lost Places Italien' aus dem Jonglez Verlag
Der Jonglez Verlag hat die klasse Publikation „Lost Places Italien“ veröffentlicht. Italien ist so reich an verlassenen Orten mit besonderen historischen Hintergründen. Insgesamt 48 Orte, die man öffentlich nicht besuchen kann, werden in dem Bildband prächtig erwähnt.

Wer ist nicht fasziniert von Orten, wo einst das Leben spielte, die heute aber den Staub der Geschichte sinnbildlich atmen. Gefegt wurde hier Jahre nicht und der Putz bröckelt auch mal des öfteren. Manche Zimmerdecken gibt es nicht mehr, die tollen Wandmalereien aber schon noch. Die repräsentativen Treppenhäuser sind häufig ein echter Hingucker.

Gründe der Aufgabe der Gebäude waren die Einstellung des Betriebs, wie bei einer Nervenheilanstalt, einigen Theatern, Kinos oder in einem Zementwerk, oder aber sehr oft die hohen Unterhaltskosten. Während sich bedeutende Persönlichkeiten prunkvolle Wohnsitze in besten Lagen erbauen ließen, konnten die Nachfahren die laufenden Sanierungskosten nicht mehr aufbringen. Für viele prächtige und sehr alte Villen sucht man Menschen, die sie wieder erstrahlen lassen. Es ist schwierig, ein Fass ohne Boden.

Robin Brinaert hat ausschließlich Gebäude ausgesucht, wo man Besitzer oder Verwalter vorher kontaktieren muss. Oft ist auch die Ortsangabe nicht genannt, um Vandalismus zu vermeiden. In manchen Objekten stehen noch einige Möbel, Rollstühle in einer ehemals psychiatrischen Anstalt oder die Utensilien einer verlassenen Hotelempfangstheke herum, als hätte man das Haus Hals über Kopf verlassen. Teilweise wurden die Objekte beim großen Beben 2012 so sehr beschädigt, dass sie unbewohnbar wurden, darunter eine alte, edle Villa oder eine reich bemalte Kirche von 1609. Oft war Adel oder ein reicher Fabrikant der Erstbesitzer. Damals bedeutende Architekten wurden mit dem Bau der Privatvillen beauftragt. Sie entwarfen schön geschwungene und verzierte Treppenhäuser, edle Wohnräume, beneidenswerte Balkonterrassen mit Seeblick, verzierte Türmchen, Lichtdecken oder Kuppeln im Entree. Man gönnte sich zudem einen schick gestalteten Park zum Flanieren, der heute verwildert ist. Das Who is Who der damaligen italienischen Gesellschaft residierte hier sehr angenehm, aber oft räumlich viel zu üppig, um es später zu unterhalten.

Es ist ein wahrer Prachtbildband. Die Texte lassen sich prima lesen und die Fotos glänzen durch ihre klasse Perspektiven und Bildausschnitte. Da schaut man als Leser gerne etwas länger hin, um interessante Details zu entdecken oder um sich vorzustellen, wie man hier einst lebte.

„Lost Places Italien“, Robin Brinaert, Jonglez Verlag, 256 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 29,5 x 2,2 x 23,1 cm, Hardcover, ISBN 978-2-38715-119-3

Datum: 22. Oktober 2026

jonglezpublishing.com

Cover, Foto: Jonglez Verlag

Buch 'Lost Places Italien' aus dem Jonglez Verlag