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Rückblick und Vorschau 2021 im Zoo Krefeld
Der Zoo Krefeld schaut nach schwerem Jahr dank starkem Rückhalt aus der Bevölkerung zooversichtlich in die Zukunft. Die Vorbereitungen für Wiedereröffnung laufen. Auf die Besucher warten modernisierte Anlagen, der Einzug neuer Tiere, neue Spielplätze und neue Veranstaltungen.

Affenhausbrand, monatelange Schließung wegen Corona, Tierverluste: 2020 war sicher das schwerste Jahr für den Zoo Krefeld in seiner über 80jährigen Geschichte. Trotz aller emotionalen Herausforderungen, der andauernden Trauerarbeit und herber Verluste von Tieren gibt es im Rückblick auch viel Gutes zu berichten. Der Rückhalt der Bevölkerung für den Zoo ist durch den Brand viel stärker geworden und dauert bei heute an. Das zeigt sich sowohl finanziell als auch ideell.

So haben die Zoofreunde Krefeld e.V. über 2.000 neue Mitglieder gewonnen und hatten damit zum Jahresende über 5.000 Mitglieder. Bei den Tierpatenschaften zeigte sich ein ähnlicher Trend. Zum Jahreswechsel gab es 1.929 aktive Tierpatenschaften (2019: 884). Auch die Einnahmen in diesem Bereich konnten deutlich gesteigert werden. Zweimal riefen der Zoo und die Zoofreunde über die sozialen Netzwerke zu Geldspenden für Futterkauf auf. So kamen rund 100.000 € zusammen. Gespendet werden kann noch immer über den link paypal.me/zookrefeld.

Geld, das der Zoo sehr gut brauchen kann, zumal bisher keine finanzielle Unterstützung der Stadt für den Einnahmeausfall erfolgte. Im normalerweise umsatzstarken Frühjahr musste er erstmals für 48 Tage wegen Corona schließen. Die zweite Schließung begann am 4. November und dauert bis heute an. Zum 31. Dezember gab es keine existenzgefährdende Bedrohung, jedoch resultieren aus den fehlenden Besuchern Umsatzeinbußen in Höhe von rund 700.000 €. Vom Land NRW erhielt der Zoo bisher 307.000 € Corona-Unterstützung. Der Bund zahlte aus der November- und Dezember-Hilfe bisher jeweils einen Abschlag in Höhe von 50.000 €. Für Januar und Februar wird aktuell geklärt, ob es Hilfen vom Land oder vom Bund geben wird. Je nach Länge des Lockdowns und der Höhe der Fördermittel kann sich noch eine finanziell bedrohliche Lage ergeben, insbesondere wenn wieder die umsatzstarken Osterferien vom Lockdown betroffen wären.

Für Jahreskarteninhaber bedeutet die lange Schließung keinen Verlust. Ihre Karten wurden bereits im Frühjahr um den Zeitraum der Schließung verlängert. So wird der Zoo auch nach Ende der Winterschließung verfahren. Da der ZooShop ebenfalls von der Schließung betroffen ist, wurde ein online-Zooshop eingerichtet, der neben dem Versand auch Click & Collect anbietet.

Aktuell bereitet sich der Zoo auf die Wiedereröffnung vor. Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr zeigen: Ein Corona-konformer Betrieb ist durch eine Besucherzählung, ein Besucherleitsystem und Aufsicht in stark frequentierten Bereichen möglich. Auf der Website des Zoos werden stets aktuell die Auslastung mit Besuchern und die geöffneten Häuser angezeigt.

Auch ohne Besucher hat sich im tierischen Bereich einiges getan. Der Umbau der Anlage für die bedrohten Bergzebras läuft auf Hochtouren. Die ersten Tiere können bereits im späten Frühjahr in Krefeld einziehen. Bei den Stachelschweinen wird die Anlage modernisiert. Nach Abschluß der Arbeiten wird Stachelschwein Steffi einen Partner aus dem Zoo Schwerin bekommen. Aus dem NaturZoo Rheine ist Sumatratiger Leopold eingezogen. Der zweijährige Kater gewöhnt sich noch ein, bevor er mit der Katze Mau vergesellschaftet wird. Ebenfalls neu gestaltet wurden der Stall für die Spießböcke und die Anlage für die Mandschurenkraniche. Bei den Waldrentieren ist ein zweites weibliches Tier eingezogen. In diesem Jahr laufen auch die Detailplanungen zum ArtenschutzZentrum Affenpark an. Bisher haben Zoo und Zoofreunde über 2,2 Millionen € zweckgebundene Spenden für den Neubau erhalten.

Die Zeit der Schließung wurde auch an anderen Stellen im Zoo gut genutzt und so können sich die Zoobesucher auf einige Neuerungen freuen. Ein 40 Meter langer Balancierpfad und ein Rutschen-Kletterturm bieten Anreize auch für ältere Kinder. An der Fischotteranlage ist ein kleiner Bachlauf entstanden.

Wenn die Corona-Regeln es zulassen, wird es einige Veranstaltungen für große und kleine Zoofans geben. Neu ist die Führung „Morgens im Zoo: Frühstück der Tiere“ im Juni, Juli und August. Ebenfalls neu sind die Sommerabende an allen Donnerstagen in den NRW-Sommerferien. Als BNE-Bildungszentrum (Bildung für nachhaltige Entwicklung) bietet der Zoo in Zusammenarbeit mit dem WWF ein Zukunftscamp an. Die Artenschutzvorträge starten wieder am 1. Dienstag im April. Sie werden als Präsenzveranstaltung und/oder über ZOOM stattfinden.

Datum: 8. Februar 2021

www.zookrefeld.de