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Zoo Duisburg sucht 'Futterhelden' während des Corona-Lockdowns
Der Zoo Duisburg kämpft sich durch den Corona-Lockdown. Seit rund zehn Monaten läuft der volle Betrieb hinter den Kulissen weiter, trotz schmerzlich fehlender Eintrittsgelder. Je länger der Lockdown andauert, desto schwieriger wird es. Ein Schließung durch Insolvenz ist allerdings ausgeschlossen. Man sucht jedoch "Futterhelden", die den Zoo finanziell unterstützen möchten.

Das Jahr 2020 schloss man mit einem 2,7 Mio. Euro Defizit ab, durch Corona bedingt. Neben den Eintrittsgeldern fallen ebenfalls Einnahmen durch Kindergeburtstage oder andere Veranstaltungen weg. Inzwischen hat die eh schon gebeutelte Stadt Duisburg einen gesonderten Betriebskostenzuschuss von einer Million Euro bewilligt. Man hat die Novemberhilfen des Bundes und Förderprogramme für NRW-Zoos in Anspruch genommen. Immerhin hat der Zoo Tierhäuser für Affen und Koalas mit erhöhtem Heizbedarf. Das modernisierte Aquarium hat enorme Stromkosten für Pumpen und die Wasseraufbereitung. Dazu kommen die nicht unerhebliche Instandhaltung und die Tierarztkosten. Natürlich kann man die Tiere nicht auf Diät setzen oder die Qualität des Futters reduzieren. 50.000 Euro muss man monatlich für das Futter aufbringen. Das sind Fixkosten, die neben den Lohnzahlungen regelmäßig anfallen. Die Tiere benötigen die volle Aufmerksamkeit ihrer PflegerInnen. Kurzarbeit ist nicht möglich. Man muss irgendwie immer schauen, wie man an Geld kommt, denn eine Tierabgabe aus Kostengründen ist nicht vorgesehen. Die Tierbestandsplanung erfolgt unabgängig von Corona. Teure Kostgänger zu schlachten verbietet sich von alleine.

Wichtig ist das Sponsoring durch Privatpersonen und Firmen. Die Sparkasse ist zuverlässig im Boot. Beim zweiten Großsponsor Schauinsland-Reisen sieht die eigene Auftragslage wahrscheinlich eher deprimierend aus. Dafür ist man im Zoo für jede Tierpatenschaft dankbar. Zusätzlich hat man das Programm "Futterhelden" ins Leben gerufen. Firmen oder private Personen können ab 25,- Euro spenden. Das Geld kommt im kompletten Umfang den Tieren zugute. Jeder ist willkommen. So wurde z.B. eine Crushed-Eis-Maschine angeschafft, die leckere Eisbomben für die Tiere produziert.

Was die Tiere kaum oder gar nicht tangiert ist die relative Stille im Zoo. Jahreszeitlich oder an bestimmten Tagen ist auch sonst wenig los, nur nicht über längere Zeit. Etwas Betrieb durch Mitarbeiter herrscht ständig. Dabei reagieren die Tiere höchst unterschiedlich. Einzelgänger sind wenig betroffen. Dem Giraffenbullen Kiringo fehlt das Publikum jedoch spürbar, während die weiblichen Giraffen ihrem Tagesablauf folgen. Koalas kümmert es gar nicht. Sie haben gerne ihre Ruhe zwischen den Mahlzeiten. Kattas sind hingegen neugierig, wenn Pfleger sie besuchen. Der Bezug zu Pflegern ist immer vorhanden, denn die Beschäftigung der Tiere wird ganz normal fortgeführt, auch im Definarium. Der Applaus ist gar nicht so wichtig, denn er dringt kaum unter die Wasseroberfläche. Aktuell ist der Nachwuchs sowieso ihre wichtigste Beschäftigung. Trainingsprogramme gibt es im ganzen Zoo verteilt. Eisbomben sind hier und da sehr beliebt. Der Zoo Duisburg verfügt über gesunde Familienverbände, die bei den Tieren im Vordergrund stehen. Mit mehr Corona-Babies rechnet man allerdings nicht. Die Bereitschaft zu Nachwuchs hängt vom Alter der Tiere ab. Junge Tiere gründen schnell Familien, während ältere ihren Ruhesitz im Zoo haben. Das schwankt von Jahr zu Jahr.

Man hofft, möglichst bald wieder für seine Besucher da zu sein.

Datum: 11. Januar 2021

www.zoo-duisburg.de