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      Er gehört zu den ganz Großen der Filmszene, hinter der Kamera. Nun tritt er
      endlich mal persönlich ins Rampenlicht. Hans Zimmer ist mit seinem ausge-
      zeichneten Musikerensemble unterwegs. Er präsentiert fantastisch seine welt-
      bekannten Filmmelodien, die oft fast jeder kennt. In der restlos ausverkauften
      Arena Oberhausen begeisterte er 11.000 Besucher mit jedem Ton und einer
      spontanen Hommage an einen, der von uns gegangen ist.

      Gänsehaut war in der Halle nicht ungewöhnlich. Er umarmte das Publikum aus
      vollen Herzen, wie auch seine tollen Musiker, mit die besten weltweit. Er
      schätzt sie musikalisch wirklich sehr. Sie sind für ihn wie eine zweite Familie.
      Entsprechend herzlich, harmonisch und topp arrangiert verlief auch das Konzert.
      Hans Zimmer moderierte auf Deutsch, was ihm vor seinen Musikern eher pein-
      lich war, weil keiner von ihnen ihn verstand. Dem Publikum war es recht.

      Es war musikalisch eine absolut überzeugende und hervorragende Darbietung.
      Hans Zimmer spielte Keyboard, Banjo und Gitarre und hatte Chor, Orchester,
      die wunderbaren klassischen Solisten und die Band immer fest im Blick. Auch
      die Sänger konnten stimmlich brillieren. Darunter war auch Lebo M., der den
      Soundtrack von "Lion King" vor 25 Jahren eingesungen hatte, die originale
      Stimme live auf der Bühne! Ebenso berühmt sind die Gitaristen John Marr
      (The Smith) und Mike Einzinger (Incubus). Das ganze Potential an musikali-
      scher Klasse schlug sich in einem wundervollen Sound nieder. Mal klang es
      groß und opulent und ganz fein und leise. Herrlich! Sie harmonierten prächtig.
      Machte man kurz mal die Augen zu, so war es bestes Kopfkino, selbst in einer
      für klassische Konzerte nicht optimalen Halle.

      Hans Zimmer ist wirklich eine große Persönlichkeit und ein Genie. Seine kleinen
      Geschichten zu den einzelnen Stücken waren oft sehr persönlich. Obwohl es für
      ihn völlig selbstverständlich ist, mit den Größen der Filmindustrie locker privat
      oder geschäftlich zu plaudern, ist er absolut bodenständig geblieben. Für ihn ist
      das Publikum genauso wichtig wie ein Abendessen mit Ridley Scott oder
      Christopher Nolan. Die Herzlichkeit mit der auf der Bühne agiert ist niemals
      aufgesetzt.

      Es war eine kleine Auswahl aus seinen über hundert Filmen, darunter "Driving
      Miss Daisy", "Sherlock Holmes", "Crimson Tide", "Gladiator, "Interstellar" oder
      "The Thin Red Line". Für die Arbeit am Film "The Da Vinci Code" durfte er sogar
      nachts alleine im Louvre die Mona Lisa genießen. Nur ein Wachmann stand
      dezent im Hintergrund. Herrlich sind natürlich die Kompositionen von "The Lion
      King" oder "Pirates Of The Caribbean", ganz großes Hörkino. Richtig gruselig
      wurde es bei "The Dark Knight", eine sehr lange Version, die die Arena atmos-
      phärisch in ein Spukschloss verwandelte. Schön war auch das Chorwerk
      "Aurora", welches er in der Nacht nach dem Amoklauf schrieb. Der Chor war
      wirklich bei all seinen Einlagen ein Genuss.

      Unterstützt wurden seine Kompositionen in der ersten Hälfte extrem dezent von
      einer LED-Wand, die keine Filmausschnitte, sondern kunstvoll animierte
      Grafiken zeigte. Der Kontrast folgte in der zweiten Konzerthälfte. Nun ent-
      faltete die LED-Wand ihre ganze Wirkung, ein Feuerwerk grafischer Animation,
      richtig fett und passend zur Musik. Es wummerte oder tickte im Takt, wie bei
      "The Thin Red Line". Als Bild wird vielen Besuchern die grafische Orgel mit
      entsprechenden Klängen der Musiker im Gedächtnis bleiben. Ebenfalls sehr gut
      war das Licht. Hell, dunkel, flackernd, tanzend, aus allen Ecken oder häufig
      als Spot auf diverse Musiker, es unterstützte die Darbietung wunderbar und
      lieferte klasse Stimmungen. Dabei rückte die Musik niemals in den Hintergrund.

      Es gab sogar eine große Überraschung. Am Tag zuvor verließ ein Großer diese
      Welt, Prince. Spontan probte er mit all seinen Musikern seinen wohl größten Hit
      "Purple rain" ein, um ihn 24 Stunden später im Gedenken an Prince dem
      Publikum in Oberhausen darzubieten. Zahlreiche Handys wippten leuchtend im
      Takt, eine ergreifende Stimmung in der Halle und ein ganz besonderer Moment
      dieses Konzerts. Prince hätte an dieser Hommage seine Freude gehabt.

      Die letzten Takte an den Tasten gehörten selbstverständlich Hans Zimmer, dem
      Meister persönlich, alleine im Lichtkegel. Es war ein wirklich fantastisches
      Konzert mit einem bescheidenen und äußerst sympathischen Superstar der
      Filmmusik, ein Zückerchen für alle Filmfans und Freunde guter Töne.

      Datum: 22. April 2016

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