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      Wer seine Vergangenheit nicht kennt, der kann die Zukunft nicht gestalten.
      Unter diesem Motto wurde 2011 ein sehr gutes Projekt ins Leben gerufen, das
      nun online die Bürger auffordert, aktiv daran mitzuwirken. "Zeit-Räume Ruhr"
      soll die Erinnerung an die Region kollektiv wach halten und persönliche
      Erinnerungsorte vorstellen. Jeder kann mitmachen.

      Gemeinsam haben der RVR, das Ruhr Museum in Essen und das Institut für
      soziale Bewegungen die Idee in die öffentliche Phase geleitet. Bis zum
      31. Dezember kann jeder seine persönlichen Erinnerungen an besondere Orte
      oder Geschehnisse in Wort und Bild öffentlich einbringen. Ob die harten Arbeits-
      jahre auf einem Pütt, die erste Liebe am Baggersee, das Grillen am Kanal, die
      Begegnung mit netten Menschen oder ganz besondere Dinge, jede Geschichte
      ist willkommen, solange sie nicht sexistisch, rassistisch, beschimpfend oder
      beleidigend ist. Selbstverständlich werden die Beiträge vor Erscheinen durch ein
      grobes Filter geprüft. Mitmachen kann man ebenfalls über Twitter, Instagram
      oder Facebook und bequem unterwegs über das Smartphone.

      Erinnerungen müssen nicht unbedingt mit einem Ort verbunden sein. Falls der
      Zeitzeuge nicht mehr unter uns ist und selber berichten kann, so werden
      meistens automatisch Institutionen wie Museen zu Erinnerungsorten. Zollverein
      ist so ein Fleck der Industriegeschichte, wo man diesen Übergang spürt. 1958
      wurde im Revier die erste Zeche geschlossen, 2018 die letzte. Zu diesem
      Anlass werden ab 2018 die gesammelten Erinnerungsorte wissenschaftlich in
      einem Konvent zusammengetragen und analysiert. Anschließend wird eine
      Publikation zum Projekt erscheinen. Die Postkarbonzeit wird 2018 eine
      sozusagen neue Zeitrechnung einläuten. Es ist geplant die Webseite auch 2018
      für weitere Einträge offen zu halten.

      Bestimmte Übergriffe dienen als roter Faden: Landschaft und Stadt, Menschen
      und Typen, Industrie und Arbeit, Kultur und Freizeit sowie Krisen und Konflikte.
      Auch die nicht so schönen Seiten des Lebens, wie der Bombenkrieg, Arbeits-
      kämpfe, Grubenunglücke oder die Zwangsarbeiter gehören zu den wichtigen
      Erinnerungen. Ob Fußball, das Ruhrdeutsch, die Büdchen oder die Halden,
      spannende Erinnerungen sind sehr willkommen. Das Prozedere mitzumachen
      ist ganz einfach. Man ist sogar behilflich, falls ein älterer Mitbürger keinen
      Scanner hat, um alte Fotos zu digitalisieren.

      "Zeit-Räume Ruhr" ist ein wirklich lobenswertes Projekt, das viele Menschen
      anspricht.

      Datum: 18. Januar 2017 (Vorstellung auf Zollverein)

      www.zeit-raeume.ruhr