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      Mit der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár stimmt das Musiktheater
      im Revier in Gelsenkirchen humorvolle Töne an. Für die schöne Inszenierung
      zeichnet Sandra Wissmann verantwortlich.

      Wenn im Kleinstaat Pontevedro eine Finanzkrise herrscht, dann wird der ver-
      armte Adel erfinderisch. Der pontevedrinische Gesandte in Paris, Baron Mirko
      Zeta (Joachim G. Maaß), hat schnell die verwitwete Hanna Glawari (Anke Sieloff)
      und ihr 500 Millionen-Vermögen im Blick. Der etwas ungelenke Gesandtschafts-
      sekretär Graf Danilo Danilowitsch (Michael Dahmen) verkehrt gerne im Maxim
      bei den anrüchigen Grisetten und lebt nach dem Motto sich oft zu verlieben, sich
      selten zu verloben und nie zu heiraten. Trotzdem ist er der auserkorene Gemahl
      für Hanna, um ihr Vermögen im Kleinstast zu belassen, wo es bereits auf der
      Staatsbank angelegt ist. Das Vaterland ruft. Danilo muss sich fügen, seiner
      früheren Geliebten Hanna nun wieder schöne Augen zu machen und alle
      anderen Konkurrenten aus dem Weg zu schaffen. Gar nicht so einfach für einen
      eher nutzlosen Diplomaten, der sich lieber vergnügt gehen lässt.

      Das Geschehen ist in die Zeit um 1960 verlegt worden. Es war die große Zeit
      der Operettenfilme mit vielen großen nationalen und internationalen Stars. Das
      opulente Bühnenbild von Britta Tönne, das der Bühnentechnik durch viele Varia-
      tionen alles abverlangt, und die stilechten Kostüme (Andreas Meyer) passen
      sich dieser Idee sehr gut an. Man fühlt sich nach Paris versetzt, inklusive
      Eiffelturm. Alles wirkt rundum stimmig gestaltet. Das gilt auch für die Akteure
      auf der Bühne. Ob in ihren gesprochenen Dialogen oder in ihren Gesangspartien,
      sie wirken überzeugend und verkörpern die oft schrägen Charaktere wirklich gut.
      Der Humor kommt nicht zu kurz, ohne albern zu wirken. Auch ein Bärenkopf
      als Fußbodenschmuck darf nicht fehlen. Schließlich läuft die Operette an
      Silvester 2016/2017 im MiR. Neben Michael Dahmen. Anke Sieloff, Bele
      Kumberger oder Joachim G.Maaß sticht auch Dirk Weiler als Njegus heraus. Er
      führt das Publikum humorvoll fein durch die Operette und ist dabei auch Teil des
      Geschehens.

      Musikalisch sorgt die Neue Philharmonie Westfalen samtweich-beschwingt für
      den 3/4-Takt. Walzer steht auf dem Programm. Viele bekannte Melodien er-
      klingen, unterstützt vom wunderbaren Opern- und Extrachor des Hauses.
      Besonders in den Gruppenszenen wirkt die Aufführung sehr harmonisch und
      stimmgewaltig. Herrlich ist ebenfalls der Ausflug in die adlige Unterwelt mit den
      Grisetten. Hier dürfen sie endlich mal richtig feiern, ohne höfische Etikette, was
      alle auch zu genießen scheinen. Die Pariser Art zu leben wird optisch und
      musikalisch sehr gut transportiert.

      „Die lustige Witwe“ ist eine gute Abendunterhaltung mit netten Wechselspielen
      zwischen Liebe und Abneigung, bzw. finanziellen Intrigen und wahren Gefühlen.
      Es ist keine schwere Kost und wirkt dabei humoristisch niveauvoll.

      Datum: 16. Dezember 2016 (Premiere)

      www.musiktheater-im-revier.de