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      Auf den Tag genau vor 90 Jahren begann der Wassertourismus auf der Ruhr in
      Mülheim. Die Weiße Flotte hat seitdem unzählige Gäste mit ihren Schiffen
      befördert. So feierte man ein ganzes Wochenende, u. a. mit einer historischen
      Linienfahrt das Jubiläum. Was war das heute recht verschlafene Flüsschen einst
      und was spielte sich alles ab?

      Einst waren Arbeiter, die man zu ihren Betrieben brachte, später Touristen. Seit
      1811 gab es die Friedrich-Wilhelm-Hütte mit über 5.000 Beschäftigten. 1964
      wurden die letzten Hochöfen dort ausgeblasen. Die ersten Schleusen wurden
      zwischen 1766 und 1780 gebaut. Die Ruhr war fortan der meinst befahrene
      Fluss Europas, Kohle das wertvolle Gut. In Mülheim war auch Europas größter
      Konzern zuhause, Hugo Stinnes, der auf dem Kahlenberg residierte und an über
      4.500 Firmen beteiligt war. Mit der Eisenbahn wurde Mülheim allerdings zur
      Randfigur. Die Köln-Mindener-Eisenbahn streifte Oberhausen und Essen.
      Mülheim lag 40 m zu niedrig. Das schafften die Loks nicht. So blieb Mülheim
      die große Industriealisierungswelle erspart, von ein paar Baumwollspinnereien,
      die zweite Fabrik auf dem Kontinent, und 63 Brauereien mal abgesehen. Von
      den einst 52 Lederfabriken ist heute nur noch eine übrig. Den Hafen gibt es
      heute noch. Die industrielle Ruhrschifffahrt wurde aber 1890 eingestellt, ehe sich
      1910 der Ruhrverband gegründet wurde.

      Entlang der Ruhr gab es Klöster. In die Abtei Werden schickte der Hochadel
      seine Töchter, während im Kloster Saarn der einfache Adel lebte. Festungs-
      anlagen hat man errichtet, als die Wikinger in Duisburg einfielen. In Mülheim
      hätten sie über eine bereits bestehende Brücke einfallen können, um Werdens
      Kirchenschätze zu plündern. Schloss Broich ist heute noch äußerlich ein
      Zeugnis der Karolinger. Franken haben ebenso ihre Spuren hinterlassen.

      Vorbei ging es in Sichtweite des Aquarius Wasserturms, erbaut von August
      Thyssen, der im Ruhrtal Schloss Landsberg bewohnte. Er tat finanziell sehr viel
      für die Kirche, galt aber sonst als geizig. Sein Bruder Josef besaß eine Villa in
      einem Park direkt an der Ruhr. Der Wasserbahnhof in Mülheim stammt aus dem
      Jahre 1927. Den tiefsten Punkt der Stadt bildet die Schleuse Raffelberg
      (26 m ü.NN). In der früheren Jugendherberge war einst ein Restaurant mit 3.000
      Plätzen, heute teure Lofts. Das Bergische Land reicht sogar bis an das Südufer
      der Ruhr heran. Hier herrscht Wildnis, ideal für gefährdete Tiere. Der sehr
      unangenehme Bärenklau ist allerdings ein Problem. Trotzdem siedeln hier
      zahlreiche Camper. In Sichtweite steht die Kirche von St. Laurentius mit einem
      Kirchturm aus dem 11. Jahrhundert. Ihre Glocken sind rund 800 Jahre alt. In der
      Nähe befindet sich Schloss Hugenpoet, bereits 778 als Königshof erwähnt.

      Ein großer Dank geht an Stephan Haas, der die Passagiere der historischen
      Linienfahrt mit vielen sehr wissenswerten Informationen versorgte.

      Datum: 8. Juli 2017

      www1.muelheim-ruhr.de