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      Sehenswerte Arbeiten der Künstlerin Nico Joana Weber sind in der sehr
      schönen Ausstellung "Nico Joana Weber - Transitional Regions" im Museum
      unter Tage (MuT) in Bochum zu erleben. Es ist eine Ausstellung der
      Kunstsammlung der Ruhr-Universität Bochum (Moderne) im Museum unter
      Tage (MuT).

      Es sind Videoarbeiten, Fotos und Installationen, die die Grenzen der natürlichen
      und von Menschenhand geformten Umgebung zeigen. Sie verschwimmen innen
      und außen und verändern sich ständig. Nico Joana Weber war jahrelang damit
      beschäftigt, diese Arbeiten zu komponieren. Sie reiste durch halb Süd- und
      Nordamerika auf den Spuren der vom Menschen gemachten Wirklichkeit, einge-
      bettet in die natürliche Umgebung. In Brasilien suchte sie Bauten von
      Le Corbusier oder Oscar Niemeyer auf. Architektur spielt eine wichtige Rolle.
      Teilweise stehen die Gebäude leer und die Natur kämpft sich ihre Räume
      zurück, auch im Außenbereich. Es zieht. Hinzu kommt die Endlichkeit von Bau-
      materialien wie Beton. Er bröckelt oft sichtbar. Sehr schön beobachtet Nico
      Joana Weber unseren Lebensraum. In der Wüste von New Mexico filmte sie, wie
      die Menschen zum Monument "Trinity Site" pilgern, der Ort, an dem der die
      USA erstmals eine Atombombe testeten. Nebenan liegen die White Sands, eine
      surreale Kalkwüste vor blauem Himmel. Sie zeigt auch den Verfall alles
      Natürlichem und künstlich erbautem zu Sand und Staub. Steine bekommen
      durch Wind und Wetter eine andere Oberfläche, wie auch die Wüste beim Über-
      flug aus der Luft.

      Urbane Landschaften sind jedoch nicht nur in den Metropolen Südamerikas zu
      entdecken. In Bochum hat sie filmisch die Ruhr Uni beleuchtet. Da wo sonst
      zehntausende Studenten durch die Gänge und über das Gelände wuseln, hat sie
      am Wochenende die menschenleere Architektur ins Bild gesetzt. Oft ist hier die
      Zeit stehengeblieben, auch in den Magazinen und Sammlungspräsentationen.
      Zwischen Bodenplatten spießt das Grün. Diese Betonlandschaft der 1960er-
      Jahre zerfällt so langsam. Dagegen gedeiht der Botanische Garten sehr
      kontrastreich.

      Ein anderes Thema sind Grotten, natürliche und künstliche. Sie verändern
      sich ebenfalls durch menschliche Eingriffe. Selbst in künstlichen Grotten
      wachsen Stalaktiten aus dem Beton. Ihre Arbeiten sind schwarz-weiß oder in
      Farbe gehalten. Für diese spannende Ausstellung sollte man sich wirklich Zeit
      nehmen und betrachten. Die großformatig dargeboten Filme sind hervorragend
      geschnitten und die Fotos toll eingefangen.

      Zur Ausstellung gibt einen einen spannenden Katalog mit dem Titel "Painted
      Desert" von der Künstlerin, erschienen im Verlag Grass Publishers.

      Laufzeit: 4. Mai bis 27. August 2017

      kusa-rub-moderne.de