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      Der WDR hatte zu seinem alljährlichen Kabarettfest ins Ebertbad nach Ober-
      hausen geladen. Als Moderator begrüßte Hennes Bender seine Kollegen Arnulf
      Rating, Quichotte, Moritz Neumeier und Lars Reichow.

      Die Welt ist aus den Fugen, im Großen wie im Kleinen. Für Kabarettisten sind
      diese Zeiten ein gefundenes Fressen. Arnulf Rating präsentierte das Welt-
      geschehen schnell und deutlich in Schlagzeilen diverser Zeitungen, insbeson-
      dere Exemplare mit den vier großen Buchstaben. Für ihn ist es alarmierend,
      dass nach der Tagesschau nicht der Tatort kommt, sondern ganz real der Brenn-
      punkt. Da ist ihm die gedruckte Tageszeitung als abhörsicheres Medium sehr
      lieb. Die Pressevielfalt im Ruhrgebiet lässt allerdings zu wünschen übrig. Was
      nach der Wahl in NRW kommt, dass muss man abwarten. Keine Staus mehr?       acht es der stocksteife Besenstil Armin Laschet besser als Hannelore Kraft?
      Der braune Mob ist zum Glück weit weg in Dresden.

      Mit Quichotte aus Köln kam frischer Wind auf die Bühne. Er mag den Humor der
      Rentner. Kinder mag er auch, aber sind die Babys wirklich immer süß? Natürlich
      hat jeder Vater das niedlichste Kind, aber oft wäre Ehrlichkeit besser. Warum
      soll man nicht der Hässlichkeit die Chance der Metamorphose geben. Wenn sie
      nerven, warum nicht ins Heim mit ihnen, bis sie 18 sind. Dann können die Eltern
      wenigstens in Ruhe reisen oder andere schöne Dinge tun. Quichotte ist selber
      Vater und ein herrlich ironischer Vogel, der gekonnt provozieren kann.

      Star des Abends war Moritz Neumeier aus Bremen. Mit leicht norddeutschem
      Unterton bot er zum Nachdenken anregende Stand-Ups mit rotem Faden. Auch
      er hat einen Sohn von zweieinhalb Jahren. Kinderspiele machen ihm nicht wirk-
      lich Spaß. Seine Themen sprangen richtig aus ihm heraus. Das waren keine
      erfundenen Geschichten, sondern seine Gedanken, klar und deutlich formuliert.
      Unsere Umweltprobleme lassen sich nicht durch E-Autos lösen. Es gibt einfach
      zu viele Menschen auf der Erde. Einige flüchten zu uns. Immer wieder heißt es,
      dass das Boot voll sei. Wer hat aber tatsächlich ein Boot? Viele Boote liegen
      sowieso kaum benutzt und leer in ihren Liegeplätzen. Was soll da voll sein?
      Manche Afghanen sprechen nach einem Jahr besser Deutsch als mancher
      Deutscher. Und was wären wir ohne Ausländer? Ein langweiliges Volk ohne
      Temperament. Er überzeugte auf voller Linie, inhaltlich und in der Darbietung.

      Den Schlusspunkt bot Lars Reichow verbal und musikalisch am Klavier. Die
      Politik ist sein Revier. Natürlich musste da der US-Präsident mit seinen 140
      Zeichen Dünnpfiff vorkommen. Baut VW in den USA jetzt vielleicht den SUV
      „Trumper“ oder das Cabrio „Ivanka“? Er plädierte für ein gemeinsames Europa.
      Frauke Petry und ihre Gesinnungsschwestern und -brüder rechts außen haben
      hier nichts zu suchen. Im Alltag werden wir doch heute schon von Apps regiert.

      Es war ein sehr unterhaltsamer Abend im Ebertbad. Zu hören sind die Beiträge
      am 27. Mai auf WDR 5.

      Datum: 17. Mai 2017

      www.ebertbad.de