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      Mit dem schönen zweiteiligen Ballettabend „The Vital Unrest“ im Musiktheater
      im Revier (MiR) thematisiert das Ballett unter der Leitung der Ballettdirektorin
      Bridget Breiner (Choreografie) das Essentielle, was uns im Leben tagtäglich
      antreibt.

      Ohne eine ständige Unruhe, die und immer wieder antreibt und uns Neues
      entdecken lässt, können wir gar nicht leben. Die innere Kraft treibt uns voran.
      Sie erzeugt Unzufriedenheit, die Lust neue Dinge zu entdecken und lässt uns
      auch mal scheitern. Diese Energie sollte jeder in Aktionen umsetzen. Das
      Thema leitet sich ab aus einem Zitat der amerikanischen Choreografin Martha
      Graham (1894-1991) und ist das Thema des Abends.

      Im ersten Teil erleben die Zuschauer die Uraufführung einer Auftragsarbeit des
      lettische Komponist Georgs Pelecis (*1947) für das MiR. Seine Sinfonie mit
      dem Titel „Response“ in fünf Sätzen kommt eher avantgardistisch und in weiten
      Teilen auch minimalistisch daher. Sie knüpft hier und da am das Werk von
      Camille Saint-Saëns im zweiten Teil an, indem sie Orgelfragmente verknüpft, Es       ist ein Spiel mit Dur und Moll und mit musikalischen Brüchen. Dabei verbindet er
      modernen Minimalismus mit Musikanklängen der Vergangenheit, was sich auch
      in der Tanzdarbietung widerspiegelt. Assoziationen zur Geburt, Liebe und zum
      Tod sind zu erkennen. Insgesamt kommt die Komposition in einem wirklich
      ansprechenden Bühnenbild sehr entspannt rüber.

      Camille Saint-Saëns Sinfonie „Nr. 3 c-moll Op. 78, avec orgue“ ist musikalisch
      und tänzerisch ein Feuerwerk der Ballettkunst. Die schönen Harmonien aus
      dem Orchestergraben und die ständig wechselnden Gruppen von Tänzern sind
      ein Genuss. Auch das tolle Bühnenbild (Jean-Marc Puissant) endet mit dem
      Eindruck eines Wasserballetts, blau-weißer Himmel flankiert von herbstlichen
      Himmelstönen, sehr gelungen. Schnelle Schrittkombinationen und die moderne
      Darbietung der zwölf Akteure wirken ästhetisch, dynamisch und sehr ansprech-
      end. Die Orgel verbindet sich ausgezeichnet mit Streichern und Bläsern. Haut
      die Organistin Annette Reifig mal so richtig in die Tasten, ist das schon ein
      besonderer Moment, ungewöhnlich für einen Ballettabend. Es folgte ein langer
      und verdienter Applaus.

      Insgesamt zeigen die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts wirklich sehr
      sehenswerte Leitungen, insbesondere im zweiten Teil. Auch den Musikern der
      Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Valtteri Rauhalammi gilt
      ein großes Lob ür ihre wunderbaren musikalischen Darbietungen.

      Datum: 25. März 2017 (Premiere)

      www.musiktheater-im-revier.de