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      Mit der "NRW-Erklärung der Vielen" setzten im Schauspielhaus Düsseldorf
      über 140 öffentliche und freie Kultureinrichtungen, Festivals, Verbänden,
      Stiftungen sowie Künstlerinnen und Künstlern ein Zeichen gegen völkisch-
      nationalistische Propaganda und gegen die Instrumentalisierungen der Kultur
      durch rechte Gruppierungen. Parallel fanden zeitgleich Pressekonferenzen in
      Dresden, Hamburg und Berlin statt. In Berlin wurde die Idee geboren.

      Auf dem Podium waren stellvertretend für die Unterzeichnerinnen und Unter-
      zeichner Dr. Söke Dinkla (Direktorin Lehmbruck Museum Duisburg), Matthias
      Frense (Künstlerische Leitung / Geschäftsführung Ringlokschuppen Ruhr,
      Mülheim), Bettina Masuch (Intendantin Tanzhaus NRW), Wenke Seidel
      (Vorsitzende der LAG Soziokultureller Zentren NRW), Mirjam Schmuck
      (Freie Künstlerin, kainkollektiv) und Wilfried Schulz (Generalintendant des
      Düsseldorfer Schauspielhauses). Angereist waren neben der Presse über 80
      Vertreterinnen und Vertreter der Kulturszene Nordrhein-Westfalens.

      Mit der "NRW-Erklärung der Vielen" wird der Zusammenhalt in Kunst und
      Kultur als Teil des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen rechtspopulis-
      tische sowie völkisch-nationale Strömungen artikuliert. Aktive der NRW-
      Kulturlandschaft und ihre Interessensverbände setzen mit dieser Erklärung ein
      gesellschaftspolitisches Signal, das in unsere tägliche Praxis eingreift. Nicht
      selten kommt es vor, dass fremdländisch aussehende Künstler, die bei uns
      gastieren, von Rechtsradikalen z.B. am Bahnhof rassistisch angepöbelt
      werden oder keinen Zutritt zu Bars bekommen. Selbst deutsche Botschaften
      stellen nicht selten kein Visum für afrikanische Künstler aus. Ihnen wird
      die Einreise verwehrt.

      Man möchte mit diesem Bündnis handeln, nicht erst zu spät reagieren. Teil-
      weise ist es schon vorgekommen, dass gewisse politische Gruppen ver-
      geblich versucht haben, die Kultur zu beschneiden oder mundtot zu machen.
      In Bochum wollte die AfD finanzielle Mittel für die Kultur kürzen. Eine neue
      Partei in Mülheim, gegründet aus ehemaligen Mitgliedern der AfD und CDU,
      schlug vor, die finanziellen Mittel für das renommierte Theater an der Ruhr von
      3,5 Mio. auf 1 Mio. zu kürzen, was die Aufgabe des Spielbetriebs bedeutet
      hätte. Bürgerliche Gedanken haben solche Randgruppen mit diesen zerstö-
      rerischen Hintergedanken wohl eher nicht im Sinn. Selbst die Verantwort-
      lichen am Bauhaus in Dessau näherten sich kürzlich bei der Konzertabsage
      an die Band Feine Sahne Fischfilet gefährlich der brauen Fraktion.

      Richtig gut lief es beim Schauspiel Düsseldorf, als ein rechtsgerichteter
      Elternverein gegen ein Stück zum Thema Homosexualität protestierte. Der
      Intendant bedanke sich für die ungewöhnliche PR, denn die restlichen Vorstel-
      lungen waren anschließend ausverkauft. Beim Blick über den europäischen
      Tellerrand fällt auf, dass besonders Künstler in Polen und Ungarn kein
      leichtes Los haben.

      Die Erklärung der Vielen ist eine bundesweite Kampagne, die am 9. November
      2018 startet und sich bundesweit in Aktionen, Veranstaltungen und Diskus-
      sionen artikulieren wird. Ziel ist es, den Austausch der Kulturinstitutionen
      und Aktiven in der Kulturlandschaft zu intensivieren und damit lokale und
      überregionale Netzwerke anzuregen. Gemeinsam werden sich die Unterzeich-
      nenden mit zahlreichen weiteren Initiativen, Verbänden und zivilgesellschaft-
      lichen Organisationen gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminier-
      ung und für eine gerechte, offene und solidarische Gesellschaft einsetzen.

      Die Liste ist offen und es ist ausdrücklich gewünscht, dass sich möglichst
      viele weitere Unterzeichnerinnen und Unterzeichner eintragen. Bitte per Mail
      unter nrw.erklaerung@dievielen.de.

      Datum: 10. November 2018

      www.dievielen.de