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      Die "Urban Lights Ruhr" der Urbanen Künste Ruhr laden zu einem sehr
      erlebenswerten künstlerischen Lichtkunstparcours durch die Innenstadt von Marl
      ein.

      Marl ist eine besondere Stadt, in der sich viel verändert. Ihr Rathaus ist eine
      architektonische Besonderheit, die demnächst fünf Jahre lang für 39 Mio. Euro
      saniert wird. Rundherum ist jede Menge Kunst im öffentlichen Raum zu erleben.
      Hier einen Lichtkunstparcours zu präsentieren ist eine gute Wahl. Mit im Boot
      waren die Stadt Marl und das Skulpturenmuseum Glaskasten. Die künstlerische
      Leitung hatte Katja Aßmann, unterstützt von Georg Elben (Direktor Glaskasten)
      und Melanie Bono (freie Kuratorin).

      Der Crailer Platz ist seit seiner Gestaltung im Jahre 1960 wahrhaft in die Jahre
      gekommen. Der Platz vor dem Rathaus wird ebenfalls saniert und umgestaltet.
      Es gilt also, der bestehenden Architektur eine neue Sichtweise zu verpassen,
      die neue Ideen der Umgestaltung und der Umnutzung anstoßen. Die gebaute
      Utopie kann so städtebaulich weitergedacht werden.

      Start ist idealer weise am Creiler Platz. Hier hat Martin Pfeifle die farbigen
      Glaselemente im Ratssaal zu großen Lichtriegeln bis hoch hinaus in Grün, Blau
      und Rot auf einen der Bürotürme verarbeitet. Die Videoarbeit "Wasserballett für
      Marl" stammt von Isa Melsheimer. Es spielt im Wasserbecken vor dem Rathaus,
      nimmt die Umgebung auf und symbolisiert den Zukunftsglauben an die Stadt.
      Geht man durch das Einkaufszentrum Marler Stern, so trifft man am anderen
      Ende auf eine Arbeit von Sans Facon. Die aus Lautsprechern bestehende Arbeit
      applaudiert dem Betrachter umso lauter, je näher man ihr tritt. Zwischen Wohn-
      gebiet und Einkaufszentrum kann jeder zum Star werden. Der Applaus ist einem
      auf der Bühne der Stadt sicher.

      Hannah Weinberger hat den Skulpturengarten am Citysee und den alten Fried-
      hof Brassert sehr fein bespielt. In den Bäumen flackert es, während dabei
      örtliche Geräusche verstärkt über Lautsprecher zu hören sind, vom urbanen
      Straßenlärm, über Vogelgezwitscher bis hin zum Kinderlachen. Ebenfalls auf
      dem alten Friedhof ist eine an Ende gebogene Betonwand von Kristina Buch zu
      erleben. Blickt man hinein, fragt man sich, was hinter dem Knick kommen mag.

      Mischa Kuball hat sich seit Jahren bereits am Rathaus mit seiner Arbeit
      "Les Fleurs du mal" verewigt. Seine neue temporäre Arbeit ist an diversen
      Nichtorten in Marl zu sehen. Sie wandert. Zu Beginn befindet sich sein Schrift-
      zug "DYS (U) TOPIA" am Eingang der Arbeitsagentur. Definiert der Ort positive
      Geschichten oder zeigt er eher die problematischen Seiten der Stadt?

      Das Festivalzentrum in der alten Hauptschule an der Kampstraße präsentiert
      mehrere Arbeiten. Die umgebaute Berliner Straßenlaterne von Michael Sailstorfer
      produziert Popcorn. Es ist eine Geste, welche unseren verschwenderischen
      Umgang mit Energie mahnt. Außerdem steht sie für die Lichtverschmutzung in
      unseren Städten. Von Nikolaus Gansterer ist die Trickfilm-Arbeit, in der er Dinge
      zusammenfügt, die die Bergbaugeschichte des Reviers betreffen. Der lokale Ort
      wird dabei mit einbezogen. Das Festivalzentrum sorgt obendrein für Essen,
      Trinken und eine verdiente Pause.

      Zur Eröffnung konnte man die optische und akustische Autoinstallation "Motor
      Vehicle Sundown" von George Brecht und Christiane Holtschulte erleben. Die
      alten Schätzchen hupten, gaben Standgas oder betätigten ihre Lichtanlage
      nach einem Drehbuch.

      Man kann sich in Marl übrigens nicht verlaufen. Es gibt einen markierten
      Rundweg, der alle Projekte inkl. des Festivalzentrums einschließt. Einfach der
      kreativen, gelben Linie auf dem Boden folgen. Entworfen wurde dieses simple
      und doch so praktikable Orientierungssystem von Dortmunder Studenten.

      Zu den wirklich sehr sehenswerten "Urban Lights Ruhr" in Marl gibt es ein
      umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen und anderen Veranstaltungen.

      Laufzeit: 12. bis 29. Oktober 2017, Di-So 16-22 Uhr, Eintritt frei

      www.urbanekuensteruhr.de