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Plakate von Christoph Schäfer bei den Urbanen Künsten Ruhr
Unter dem Motto "Post von gestern" zeigen die Urbanen Künste Ruhr in Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund eine 3er-Serie von Plakaten aus der Feder der Künstlers Christoph Schäfer. Die Werbeflächen befinden sich meist im Bahnhofsbereich und in Unterführungen in der Innenstadt. Im Rahmen einer Führung durch Bochum regte er eine Diskussion zu zukunftsweisenden Fragen an.

Es geht inhaltlich um die veränderte Rolle des öffentlichen Raums während Corona. Nichts ist mehr normal, weder der Restaurantbesuch, noch die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch das allgemeine Abstandsverhalten überall dort, wo sich Menschen treffen. Wem gehrt der öffentliche Raum? Wie wird er genutzt und gestaltet?

Unterwegs durch Bochum wurden einige Fragen angestoßen. Früher diente die Stadt der Industrie. Das Opel-Werk war prägend für Bochum. Heute hat sie diverse Aufgaben und Funktionen. Sie verändert sich sichtbar. Autos werden mehr und mehr verdrängt, Fahrradwege ausgebaut und Ladenketten gehen pleite. Wie möchte man die entstehenden Räume umnutzen? Die Chance, unsere Städte sinnvoll zu verändern ist größer denn je. Corona macht es möglich. Das Miteinander der Menschen wird sich automatisch verändern. Auf uns kommt es an, die neuen Schritte mutig zu gehen.

In Bochum tat man das schon lange. Das Bermudadreieck wurde geschaffen um ein Viertel zu schaffen, in dem junge Leute bei längerer Sperrstunde Spaß haben konnten. Heute ist es leider zu einer Art Ballermann des Reviers mutiert. Die Buchhandlung Janssen ist noch ein geistig anspruchsvolles Relikt aus den Anfangstagen des Bermudadreiecks. Ansonsten war Eigeninitiative der Bürger in Bochum Trumpf. Das Werk von Richard Serra auf einer Verkehrsinsel wurde von Bürgern angestoßen.

Die drei Plakate kombinieren Phänomene, die durch Corona entstanden sind, mit sehr mutigen und prägnanten Bauten im Revier. So ist das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen mit zahlreichen Flugzeugen am Boden stehend umgeben. Der Lockdown hat selbst die Fliegerei eiskalt erwischt. Die Grugahalle in Essen ziert ein Autokino. Die Zeit der Autokinos blühte während Corona wieder stark auf. Zwei überholte Relikte treffen so aufeinander, eine nicht mehr ganz zeitgemäße Halle und historisches Kinovergnügen. Das dritte Motiv zeigt das von Brutalismus geprägte Rathaus in Marl mit einem sehr belebten Vorplatz. Die Menschen nutzen ihre Plätze durch Corona wieder aktiver und bewusster. Durch viele Einschränkungen erlebt man den öffentlichen Raum wesentlich stärker.

Der Rundgang mit Künstler Christoph Schäfer, Moderator Holger Krüssmann und der Leiterin der Urbanen Künste Ruhr, Britta Peters, war außergewöhnlich und sehr informativ. Viele Denkanstöße bezüglich der Entwicklung unserer städtischen Umgebung wurden formuliert. Die Antwort können wir alle selbst gestalten. Mal sehen, was wir daraus machen.

Laufzeit: 7. August bis Ende August 2020

www.urbanekuensteruhr.de