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      Mit der sehenswerten Oper "Così fan tutte" von Wolfgang Amadeus Mozart
      zeigt das Aalto Theater in Essen eine Inszenierung, die szenisch an die
      Zeiten Mozarts angelehnt ist, aber inhaltlich absolut aktuell ist. Es geht um
      die Liebe, ihre Seitensprünge und die Frage nach der Treue.

      Wie sehr man in Turbulenzen geraten kann, wenn man seine Verlobten in
      Sachen Treue prüfen möchte, das erleben Ferrando (Dmitry Ivanchey) und
      Guglielmo (Martijn Cornet). Von Don Alfonso (Baurzhan Anderzhanov) wurden
      sie zu einer Wette aufgestachelt. Ihre Verlobten Fiordiligi (Tamara
      Banješevic) und Dorabella (Karin Strobos) werden von ihnen als verkleidete
      Fremde vor die Frage gestellt, treu zu sein oder sich ihrer Lust hinzugeben.
      Am Ende siegt der natürliche Trieb, aber auch die Vernunft, sich wieder zu
      verzeihen. Drahtzieher der gelungenen Inszenierung ist Don Alfonso
      (Baurzhan Anderzhanov), der sich der Dienste von Despina (Liliana de Sousa)
      bemächtigt.

      Bewusst hat Regisseur Stephen Lawless das Stück ins 18. Jahrhundert
      zurücktransportiert, um zu zeigen, wie zeitlos der Stoff ist. Optisch könnte
      es über weite Strecken auch von Mozart selbst so erdacht worden sein, was
      auch die gelungenen Kostüme betrifft. Das Bühnenbild besteht aus einem
      großen Salon einer wohlhabenden Behausung, allerdings zunächst ganz
      schlicht in der Ausstattung. Es ist wie in großer Guckkasten im historischen
      Format. Große Türen und ihre Gäste beleben die Bühne. Da Mozart schon
      als 14jähriger von Pompeji beeindruckt war, hat auch dieser Ort Einfluss auf
      das Bühnenbild. Man bewegt sich zeitweise über die antiken Ruinen. Hier
      werden Fallen gestellt und es wird verführt. Sogar der Ausbruch des Vesuv
      wird als Zeugnis der untreuen Liebe optisch sehr geschickt inszeniert. Am
      Ende bricht das historische Ensemble zusammen und bildet so die Brücke in
      unsere heutige Zeit, die in Sachen Liebesfragen oft sehr schnelllebig ist.

      Die Essener Philharmoniker können unter der Leitung von Tomáš Netopil
      können bei dieser Komposition nur Glänzen. Der Chor agiert dezent im
      Hintergrund. Gesanglich gibt es bei den Solisten nichts zu meckern. Stimm-
      lich gesehen hört man gerne zu.

      Die Operninszenierung ist mal ein interessanter Gegenpol zu vielen anderen
      Opernvorstellungen, die den historischen Stoff szenisch in die Gegenwart
      transportieren. Es mutet operngeschichtlich vielleicht schon etwas museal
      und doch gelungen an.

      Datum: 1. Juni 2019

      www.theater-essen.de