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      Frauen haben es der Auswahl ihrer Männer wirklich nicht leicht. Das beweist
      die hervorragende Komödie "Tussipark" von Christian Kühn im voll besetzten
      Theater Rathaus in Essen. Der Autor führte auch persönlich Regie. Mit dabei
      sind Lucy Diakovska, Tanja Wenzel, Dorothea Kriegl und Julia Klawonn, ein
      geniales Frauenquartett mit absoluter Humorgarantie

      Es ist eine zufällige Begegnung im Parkhaus eines Einkaufscenters. Grit,
      Pascaline, Wanda und Jennifer stranden kurz vor Schießung der Geschäfte
      auf einem Parkdeck. Sie sind völlig unterschiedliche Frauentypen. Eine hat
      den Parkschein verloren, eine hat im Brautkleid ihren Verlobten bei der
      Hochzeit sitzen lassen und der Rest bleibt dabei, weil sich so eine nette
      Frauenrunde entwickelt. Alle haben schnell festgestellt, dass sie alle ein
      Problem mit der Liebe oder Beziehungen haben. Stolze 23 Liebhaber hat
      Jennifer verschlissen. Obendrein ist sie auch noch im Job frisch gekündigt
      und frustriert. Sie versucht zwar linguistisch das Sprachniveau von Life-Coach
      Pascaline zu erreichen, doch verdrehen sich bei ihren Versuchen, klug
      klingende Fremdwörter einzubauen, stets die Buchstaben und Silben. Ihre
      eher geistige Beschränktheit und gnadenlose Offenheit ist extrem unterhalt-
      sam. Sie alleine könnte eine ganze Comedy-Show solo rocken. Man käme
      aus dem Lachen kaum heraus.

      Das Zusammenspiel der vier Frauen passt sehr gut. Grit ist mit dem dritten
      Kind schwanger und vom Ehemann frustriert. Nicht mal auf die Kinder kann
      er aufpassen. Wanda ist dem Wodka sehr zugeneigt, hat am Tag der
      Hochzeit das Zweithandy ihres Verlobten gefunden und ist getürmt. Dumm
      nur, dass es per Pin gesperrt ist. Es gehört eben zur To-Do-Liste des Lebens,
      dass man als Frau im fortschreitenden Alter mal heiraten sollte, so der weit
      verbreitete Glaube. Leider ist Amor ein Mann, der häufig trifft, aber nicht viel
      von Frauen versteht. Treue ist für Pascaline, trotz eines wohlhabenden, alten
      Ehemanns, nur ein Märchen. Sie vergnügt sich anderswo, nur nicht zu
      Hause. Obendrein spendiert sie allen ihre rein pflanzlichen Glückspillen im
      Übermaß, mit Folgen. So entwickelt sich nach der Pause eine amüsante
      Nacht im Einkaufszentrum. Ein gewisser Holger spielt da auch noch eine
      Rolle.

      Doch woran liegt es nur, dass Frauen und Männer so schwierig langfristig
      zueinander finden? Sie zählen auf, was ein Mann ihrer Meinung alles
      können muss. Er sollte treu, sportlich, intelligent, gut im Bett, handwerklich
      und dichterisch begabt, humorvoll, charmant, fürsorglich und Vieles mehr
      sein. Traumhoden wären auch nicht schlecht, so knackig und elastisch
      wie eine frische Tomate. Sie erkennen selber, dass das alles die Männerwelt
      völlig überfordert. Hinzu kommt, dass nach dem ersten Turteln das Prickeln
      relativ schnell nachlässt. Die Vier kommen letztendlich zu dem Ergebnis,
      dass man besser einen Mann mit kleinen Macken suchen und jede Menge
      Humor mitbringen sollte. Dann klappt es vielleicht auch mit der Beziehung.

      Sehr zugute kommt der Komödie, dass der Autor auch der Regisseur ist.
      Christian Kühn kennt jeden Winkelzug der einzelnen Charaktere. Er weiß
      die vielen guten Pointen perfekt zu setzen, ohne dass sie albern wirken.
      Immer wieder gibt es Karaoke-Einlagen im Stück, in der Regel schön
      schräg dargeboten. Die Texte werden oben eingeblendet. Man könnte
      mitsingen. Am Ende wird ein geheimnisvolles Handyvideo der Vier im
      Kaufhaus sogar noch aufgelöst und die Komödie wird zur Revue mit einem
      Medley aus Hits einer sehr erfolgreichen Schlagersängerin.

      Wer bei dieser grandiosen und höchst vergnüglichen Komödie keinen Spaß
      hat, dem ist wirklich nicht zu helfen. Sogar die Akteurinnen auf der Bühne
      haben sichtbar Spaß an dem Stück. Manche Besucher haben sogar Tränen
      in den Augen, vor Lachen.

      Für alle Besucher unter 60 Jahren gelten 20% Ermäßigung.

      Laufzeit: 16. bis 26. Januar 2020

      theater-im-rathaus.de