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      Das Rimini Protokoll und die Urbane Künste Ruhr haben für das Ruhrgebiet ein
      ganz besonderes Projekt entworfen. Die „Truck Tracks Ruhr“ führten ihre künstle-
      risch spannende Stadtrundfahrten in Oberhausen, Recklinghausen, Duisburg,
      Dortmund, Mülheim, Bochum und Essen durch. Nun sind sind alle Beiträge im
      Rahmen der Ruhrtriennale 2017 als Videomitschnitt unter dem Titel
      "Truck Tracks Ruhr - The Compilation" in der Mischanlage der Kokerei
      Zollverein in Essen zu erleben.

      Ort des Geschehens war ein Lastwagen als fahrender Zuschauerraum. Alle
      blickten von einer kleinen Tribüne zur Seite. Eine Seite war verglast und etwas
      verspiegelt. Dabei waren die maximal 49 Teilnehmer je nach Lichteinfall der
      Sonne von außen mal sichtbar, oder mehr oder weniger unsichtbar. Diese
      spezielle Konstruktion war ein Erlebnis. Dabei muss man betonen, dass es
      keine Stadtrundfahrt gewesen ist, sondern ein Kunstprojekt.

      Jeweils sieben Stationen, bekannt oder sehr außergewöhnlich, waren Schau-
      latz einer Kunstperformance der akustischen und zwischendurch auch visuellen
      Art. Hier hielt der LKW für einige Minuten. Künstler brachten dabei die Fahr-
      gäste dazu, diverse Dinge zu reflektieren, während sie aus einem großen
      Schaufenster auf etwas blicken. Es ging thematisch um z.B. den Wert der
      Dinge, den Tod der Mutter oder die Beschreibung einer Brache durch Kinder-
      stimmen. Wem gehört das Grundstück und was soll dort mal entstehen? Man
      macht sich um deutsch-chinesische Wirtschaftsbeziehungen an einem Ort der
      chinesischen Essenskultur in Oberhausen Gedanken, betrachtet literarisch
      bespielt einen Stadtplatz oder reflektiert als Greis den baldigen Tod. Natürlich
      waren auch ein Konsumtempel, ein Knast, ein Freudenhaus, eine Tankstelle,
      Industriebetriebe, ein Baustoffcenter, Haltestellen, Orte in der wilden Natur oder
      verlassene Häuser unter den ausgewählten Orten.

      In der Kokerei fühlt sich eine Fahrt anders als im Truck an. Es rappelt nicht,
      man hat Platz zum Sitzen und keine Scheibe beschlägt. Mit Kopfhörern werden
      die Inhalte wesentlich intensiver vermittelt. Dabei sind die Beiträge ggf. auf fünf
      Minuten verkürzt, um alle synchron im Raum starten zu lassen. So verliert
      "Stahhalla" in Bochum etwas von seiner Klasse, während andere inhaltlich
      gewinnen. Der suchende Blick wird einem von der Kameraeinstellung abge-
      nommen. In LKW hatte man das gesamte Panorama vor sich und suchte sich
      selbst die Blickpunkte. Auch die Fahrten von Ort zu Ort werden verkürzt dar-
      gestellt, ca. eine Minute lang, der typische Sound aus dem LKW inklusive.
      Dann kommt auch das Gefühl des Fahrens etwas wieder zurück. Es bleibt trotz
      veränderter Situation ein sehr spannendes Projekt, für das man sich Zeit
      nehmen sollte. Danach geht man auf jeden Fall reflektierter nach Hause.

      Der Eintritt ist frei. Zu sehen ist die spannende Videoinstallation von dienstags
      bis sonntags von 13 bis 21 Uhr. Für alle Beiträge benötigt man etwa viereinhalb
      Stunden.

      Laufzeit: 19. August bis 30. September 2017 (Kokerei Zollverein)

      www.trucktracksruhr.de (alle Beiträge akustisch und ungekürzt)
      www.ruhrtriennale.de