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      Mit viel Elan und Spielfreude präsentieren Lise Wolle und Mervan Ürkmez
      "TRASHedy" im Theater Oberhausen. Das Stück der Perfoming Group ist eine
      sehr gelungene Mischung aus Pantomime, Tanzchoreo, animierten Zeich-
      nungen, jede Menge Humor, Klangkollagen und wenigen Dialogen. Es dreht
      sich alles um die ökologische Nachhaltigkeit in unserem Alltag.

      Warum muss die Banane in Folie verpackt sein? Was ist der Unterschied
      zwischen Recycling und Downcycling? Weshalb kaufen wir Billigkleidung aus
      Asien oder Handys made in China? Essen wir nicht zu viel Fleisch und fahren
      zu oft Auto? Was brauchst du? Das ist die Frage. Es ist Sprache der Hände,
      ihrer Mimik und ihrer Körper, die Lise Wolle und Mervan Ürkmez pflegen. Selbst
      die Evolution der ersten Wasserlebewesen lässt sich so klasse darstellen und       die Vögel fliegen. Geräusche sind der zweite Aspekt. Wellen, Vögel oder
      urbane Stadtklangkollagen verdeutlichen die Fragen und Inhalte. Ganz beson-
      ders auffällig sind die herrlich animierten Zeichnungen der Performing Group.
      Sie sind ein echter Hingucker. Weil sie so unperfekt sind, wirken sie auch so
      wunderbar. Wer hier nicht schmunzelt, dem ist nicht zu helfen.

      Ein paar Szenen stechen besonders hervor. Um die Herkunft eines Turnschuhs
      zu dokumentieren, muss eine Person aus dem Publikum einen solchen
      spenden. Man sieht animiert den Weg von der Kuh, über die Billigproduktion in
      Asien bis hin zum Transport nach Europa. Den Schuh wieder zurück in eine
      Kuh zu verwandeln klappt allerdings nicht, da kann sich Lise Wolle noch so
      anstrengen. Schön sind auch die vom stummen Play Back begleiteten
      Konzeptionsgespräche der Perfoming Group, die vom Band kommen. Lise und
      Mervan vertauschen dabei die männliche und weibliche Rolle. Es gibt einige
      solcher goldenen Momente.

      Am Ende steht hier ganz sicher kein erhobener Zeigefinger. Es wird an Grund-
      werte wie Freiheit, Humor, Empathie, Fantasie, Freundschaft oder Treue
      erinnert. Viel mehr braucht der Mensch eigentlich nicht. Diese Power-
      Performance vermittelt Vorschläge für eine bessere Welt. Jeder kann anschließ-
      end überlegen, ob er oder sie etwas am eigenen Verhalten ändern möchte.

      Wie offen sich das Haus unter der neuen Intendanz präsentiert zeigt die
      Tatsache, dass sich die beiden Schauspieler, die Regieassistenz und die
      Dramaturgin Meike Sasse nach dem Stück dem Publikum stellten, um Fragen
      zu beantworten oder selber Fragen an das Publikum zu richten. Das kam an.

      Datum: 5. Oktober 2017

      www.theater-oberhausen.de