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Jaques Tilly in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt im kleinen Schloss die erste Werkschau von Jacques Tilly. Unter dem Titel "Politik und Provokation - Karikaturen XXL" werden die Arbeiten des Düsseldorfer Satirikers präsentiert, der zahlreiche Motiv-Wagen für Karnevalsumzüge entworfen hat.

Die Welt an sich ist bereits schon gespickt mit Staatsmännern und -frauen, die wie lebende Karikaturen wirken und auftreten. Jacques Tilly hat einen sehr offenen und geistig hellen Blick, Er wendet sich, mit oft mit beißendem Humor, insbesondere gegen Despoten, Demagogen und Diktatoren. Ob Putin, Erdogan oder natürlich Trump, sie sind bevorzugte Objekte seiner Begierde. Sehr national-rechts geprägte Kreaturen wie Björn Höcke oder Salvini tauchen ebenso gerne in seinen Entwürfen auf. Die Klimaktivistin Greta Thunberg hätte an auch gerne als Skulptur präsentiert, doch nicht alle Großfiguren passten durch die Tür. Dafür sind Trump und Putin in Oberhausen angekommen.

Die Schau zeigt den Entstehungsprozess der XXL-Skulpturen von der Idee, über die Skizzen, bis hin zur Umsetzung. In der Regel werden die jeweils zwölf Figuren für den Düsseldorfer Rosenmontagszug anschließend zerstört. 2019 hat man einige von ihnen für die Ausstellung aufbewahrt. Erst zu Neujahr beginnt Tilly mit den ersten Entwürfen für den Rosenmontagszug. Dabei abboniert er zahlreiche Printmedien und liest auch religiöse Schriften, um sich eine realistische Einschätzung zu gewissen Themen zuzutrauen. Wie entwickelt sich welches Problem und ist es wert im Zug thematisiert zu werden. Seit dem Jahr 2000 hat er diesbezüglich völlig freie Hand. Die Entwürfe werden lediglich dem Karnevalskomitee vorgelegt. Sie bleiben bis zum Rosenmontag geheim, damit sich kein abgebildeter Promi im Vorfeld beschweren kann. Sie entstehen aus Styropor, Holz, Maschendraht, einer dünnen Schicht Papier und etwas Farbe. Er darf bissig sein. Fast täglich bekommt er z.B. Hassmails von Rechtsextremen und der AfD. Diese studiert er ganz genau, um beim nächsten Rosenmontagszug den Rechtsextremen noch klarer den Spiegel vorzuhalten.

Die Meinungsfreiheit in Deutschland erlaubt es ihm, klar und deutlich darzustellen, wer sich wie lächerlich gemacht hat. Das gilt auch für den Brexit. Sein Brexit-Wagen wurde besonders in England stark wahrgenommen. Kurz bevor er ihn zerlegen wollte, kam ein Anruf der Brexit-Gegner. Sie wollten ihn unbedingt haben. So fuhr seine Kreation durch halb England. Die weltweite Presse stürzte sich auf das Thema. So exportierte er vier Wagen nach England und vier nach Polen. Mindestens 1.264 Mal erscheinen Fotos von seinen Wagen weltweit in der internationalen Presse, besonders da, wo rechtsgerichtete Nationalisten an der Macht sind, also in den USA, in Italien, England, Polen, in der Türkei, Brasilien und Ägypten.

Datum: 2. Februar bis 14. Juni 2020

www.ludwiggalerie.de