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Präsentation der Spielzeit 2020/2021 im Theater Oberhausen
Das Theater Oberhausen geht mutig voran und präsentierte die geplante Spielzeit 2020/2021 unter Intendant Florian Fiedler. Die besonderen Corona-Bedingungen lassen aktuell eine relativ klare Planung zu. Es wird definitiv gespielt, möglichst ohne Masken im Saal.

Es ist klar, dass man sich an die stets verändernden Hygienebedingungen immer wieder anpassen muss. Zumindest bis Jahresende rechnet man mit gewissen Einschränkungen. Das betrifft besonders den großen Saal, in dem man mit 70 bis 110 Besuchern kalkuliert, je nach Anzahl der Paare, die zusammensitzen dürfen. Die Zwischenreihen bleiben frei. Auf der Bühne sieht es aktuell so aus, dass laute Sprechrollen sechs Meter Abstand zum Dialogpartner halten müssen. Da wird man sich szenisch was überlegen müssen. Man wird aber einen Weg finden. Ganz sicher möchte man jedoch den Begriff "Stadttheater" mit Leben füllen.

Inhaltlich ist die sich wandelnde Gesellschaft ein großer Themenbereich, ohne ein klares Motto ausgerufen zu haben. Das Miteinander steht im Mittelpunkt. Dabei gilt es, dass wir unser Zusammenleben besser verstehen, auch was die Einflüsse von Corona betrifft, wofür man zwei Inszenierungen thematisch eingeplant, allerdings noch nicht genau festgelegt hat. Dazu passt auch die Idee, Themen wie Arbeit, Kapitalismus und Utopien auf die Bühne zu bringen. Alte Klassiker wie "Kleiner Mann - was nun?" vermischen sich mit Stücken aus der Pop-Literatur des 20. Jahrhunderts. Dazu gehört auch Christoph Schlingensief, der seine Wurzeln in Oberhausen hatte und im Oktober seinen 60. Geburtstag gefeiert hätte. Ihm wird eine Reihe mit Theater, Filmen, einer Ausstellung und Gesprächen gewidmet. Man geht auch ungewöhnliche Themen an, z.B. die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit. Wieso soll man seine eigene Trauerfeier nicht noch zu Lebzeiten mit Freunden und Bekannten abhalten. Auf das Stück "Sterben in Oberhausen" darf man gespannt sein.

"Herkunft" ist eine Uraufführung nach einem Roman von Saša Staniši. Regisseur Sascha Hawemann wollte sie unbedingt in Oberhausen zeigen und das Ensemble ebenfalls. "Nebraska" wird ebenso als Uraufführung von Wolfram Höll gespielt. Bei "Sturmtief O'Hara" nimmt man sich die postkoloniale Schmonzette "Vom Winde verweht" als Grundlage. Die Gruppe FUX realisiert ihr großes Projekt "From horror till Oberhausen" als Film. "Im Dickicht der Städte" ist ein frühes Werk von von Bertolt Brecht. Der Ursprung der Liebe" lautet der Titel eines Stücks, für das Ronja Oppelt und Lise Wolle die Regisseurin von "Die Pest", Karoline Behrens, mit in Boot geholt haben. Der aktuelle und sehr gut gemachte Theaterfilm "Die Pest" sorgt übrigens für große öffentliche Aufmerksamkeit. Selbst die New York Times ist hellhörig geworden.

Für das junge Publikum wird jede Menge geboten. "Peter Pan", "Tigermilch" und ein noch namenloses Stück für Kinder ab 4 Jahren, das von Shari Asha Crosson inszeniert wird, stehen auf dem Plan. Es werden wieder Workshops für Theaterinteressierte angeboten, notfalls digital.

Man hat wieder viele Ideen und das Programm klingt zumindest gut. Allerdings muss das Publikum auf ein paar bekannte Gesichter im Ensemble verzichten. Sehr schmerzlich ist der Abgang von Emilia Reichenbach, die sich in kurzer Zeit extrem gut entwickelt hat und nun höhere Weihen anstrebt. Vielleicht sieht man sie demnächst häufiger im TV, nach ihrer Glanzrolle in der Mini-Serie "Die Pest" (3SAT). Außerdem verlassen Mervan Ürkmez (nach Dortmund) und Burak Hoffmann das Haus. Kommen werden dagegen Shari Asha Crosson, Sophia Hankings-Evans, Henry Morales, Julius Janosch Schulte und Agnes Lampkin, die nun fest übernommen wird. Als Eleven von der Zürcher Hochschule der Künste kommen Luna Schmid und Yan Ballistoy für mindestens ein Jahr nach Oberhausen, um erste Berufserfahrung zu sammeln.

Datum: 24. Mai 2020

www.theater-oberhausen.de