abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Das Theater Oberhausen steht vor einem Umbruch. Peter Carp wechselt nach
      Freiburg und Florian Fiedler ist ab der Spielzeit 2017/2018 der neue Intendant.
      Nun stellte er erstmals sich selbst, sein Team und das Programm vor.

      Im Haus weht nun ein ganz anderer Wind, den man nicht positiv oder negativ
      werten sollte. Das neue Team stellt sich einfach anders dar. Die neue Mann-
      schaft scheint sehr offen, unkonventionell, engagiert, nett, zugänglich und
      experimentell zu sein. Das neue Logo als Aushängeschild des Hauses ist topp.
      Man wird sich auf Veränderungen einstellen müssen. Florian Fiedler, die
      Dramaturginnen Patricia Nickel-Dönicke, Elena von Liebenstein, Lucie Ortmann
      und Meike Sasse, die Leiterin der theater:faktorei Romi Domkowsky und
      Theaterpädagogin Anke Weingarte, Hausregisseurin Babett Grube, Hausautor
      Dirk Laucke und Hausausstatter Demian Wohler haben sich in einem mehr-
      monatigen Prozess Gedanken gemacht. Zunächst haben sie Oberhausen und
      das Revier kennenlernen wollen und Kontakte zu allen möglichen Menschen
      geknüpft. So heißt das neue Programm der Spielzeit auch „Das Palermo des
      Nordens“. Der Rhein-Herne-Kanal gilt schon lange als die Reviera des
      Nordens. Aus der Bar wird nun der Pool, wo jeden Donnerstag die Veranstal-
      tungsserie „Sponti im Pool“ steigen wird. Der bisherige Malersaal wird zum
      Saal 2 umgebaut, einer flexiblen Spielstätte ohne feste Tribünen, für Diskus-
      sionsrunden, offene Abende und einer neuen Bar für gute Gespräche. Ein altes
      Möbellager wird außerdem zur Disco 3000.

      Viele Neuinszenierungen stehen auf dem Plan. Gesellschaftliche und politische
      Themen kommen häufig auf die Bühne. Das fängt schon mit der ersten Premiere
      an. Florian Fiedler inszeniert „Die Schimmelmanns“ (ab 22.9.), eine Nazi-Horror-
      Boulevard-Dramödie, pünktlich zur Bundestagswahl. Schon am 23.9. folgt die
      Spielzeiteröffnung mit einer Prozession vieler Kulturmenschen des Theaters und
      der Stadt zum Theater Oberhausen, wo bis tief in die Nacht gefeiert werden soll.
      Mit „Amok“ folgt gleich am Abend gleich die nächste Premiere. Grundsätzlich
      sucht man den kommunikativen Austausch mit dem Publikum. Man ist immer
      ansprechbar und offen für Ideen, Anregungen, Lob und Kritik. Dazu trägt auch
      die theater:faktory bei, vielfältige Mitmachaktionen von Mitgliedern des Hauses
      für interessierte Bürger, auch in den Stadtteilen. Man hat Lust auf gesellschaft-
      liche Arbeit und aufeinander zuzugehen. Wie leben wir zusammen? Ein Stück
      zu Fritz Giga, ein Oberhausener Gestapo-Opfer, wird in einer Kantine inszeniert.
      „Dylan“ und „Lennon“ mit Jürgen Sarkiss werden als Wiederaufnahme zu sehen
      sein. Es gibt auch Stücke für 2+, 4+, 6+ und 10+, sowie Gastspiele befreun-
      deter Theatermacher. Martin Engelbach kommt als Musiker neu ins Ensemble.
      Sensationell ist ein U30-Spielzeitticket für sagenhafte 25,- EUR. Damit können
      junge Leute so oft sie wollen ins Theater, sofern es freie Plätze gibt.

      Dinge neu zu denken lautet ein wichtiges Motto. Die Gehaltsstruktur wurde von
      oben nach unten korrigiert, weniger Geld für die Intendanz, mehr für die jungen
      Schauspieler. Sieben Schauspielerinnen und Schauspieler wurden aus dem
      alten Ensemble übernommen: Jürgen Sarkiss, Torsten Bauer, Anna Polke,
      Susanne Burkhard, Elisabeth Kopp, Lise Wolle und Klaus Zwick. Hinzu kom-
      men viele neue Gesichter aus dem gesamten Bundesgebiet, einige auch aus
      Hannover, wo Florian Fiedler zuvor wirkte. Manche haben eine sehr interessante
      Biografie, auch mit familiärem Migrationshintergrund aus dem Iran oder er Türkei.
      Es gibt zu je 50% weibliche und männliche Schauspieler, vom Alter her
      zwischen 23 und 60 Jahren.

      Das neue Team kommt aus verschiedenen Theaterformen und sprüht vor Ideen.
      Man möchte allerdings kein Raumschiff sein, das daher kommt. Ob die Ober-
      hausener und das Stammpublikum das neue Team und seine Projekte so
      annimmt, das wird sich zeigen. Aller Neuanfang ist schwierig. Die Chance haben
      sie verdient. Vielleicht entwickelt sich das Haus ja sogar zum Hot Spot der
      Theaterszene in der Region.

      Datum: 8. Juni 2017

      www.theater-oberhausen.de