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      Die Oberfläche des Materials ist für Künstler und insbesondere Bildhauer das
      entscheidende Medium. Diesem widmet sich die sehenswerte Ausstellung
      „An der Oberfläche - On surface“ im Duisburger Lehmbruck Museum.

      23 Künstler aus 12 Nationen sind mit ihren Arbeiten auf insgesamt 1.000 qm
      vertreten. Bevorzugte Materialien gab es zu jeder Zeit. Gegen den Strom der
      Mode gab es allerdings auch immer ein paar Künstler. In den 1880er-Jahren
      verwendete Rodin bei seiner „Eva“ eine recht raue Ausarbeitung.der Bronze. Nur
      ein paar Jahre später arbeitete Medardo Rosso mit Wachs auf Gips, was die
      Skulptur lebendiger erscheinen ließ. Berlinde de Bruyckere verwendete 2014 für
      ihre Arbeiten im Zentrum der Ausstellung neben Wachs auch Stoff, Holz oder
      Leder. Ihre Werke zeigen die Verwundbarkeit.

      Der Hausherr Wilhelm Lehmbruck ist mit drei Werken vertreten, aus Steinguss,
      aus Gips und aus Marmor. Heute haben viele durch den Eindruck der Touch-
      screens einen ganz anderen Eindruck von Berührung. Even Roth und Julian
      Opie widmen sich diesem Material u. a. tanzend..Max Bill suchte bei seinen
      Arbeiten den perfekten Glanz der Messingpolitur. Auch Tony Cragg ist dabei,
      mit einer löchrigen Skulptur aus Kunststoff. Von Jeppe Hein ist nicht nur mit
      dem rotierenden Labyrinth in der Glashalle dabei. Er lässt auch einen golden
      schimmernden Ballon unter die Decke steigen. Rebecca Horn durfte einen
      kompletten Raum gestalten. Die Bewegung der Objekte hängt von Aufenthalt
      der Besucher ab. Carsten Nicolai lässt einen ausgestanzten Edelstahlzylinder
      mit einer Lichtquelle rotieren. Schon draußen am Eingang erwartet die BDM-
      Gruppe von Georg Baselitz die Besucher.

      Oberflächen lassen auch gut fühlen, was im Museum in der Regel nicht erlaubt
      ist. Eine Arbeit, die von Janet Cardiff, muss man allerdings anfassen, um den
      Effekt zu hören.

      Im Untergeschoss ist die ergänzende Ausstellung „Oberflächenspannung“
      (2 Juli bis 11. September 2016) zu erleben, ein Besuch, der sich lohnt. Die
      Künstler hier arbeiten mit dem Besucher durch unbewusste Interaktion. Durch
      Bewegung verändern sich Licht oder Sound. In Workshops kann man Licht-
      pauspapier mit seinem eigenen Körper belichten oder mit Farbe gefüllten
      Klangschlagen kreisförmige Kunstwerke selber herstellen.

      Der begleitende Katalog ist im Wienand Verlag erschienen, übrigens mit einer
      besonderen Oberfläche.

      Laufzeit: 2. Juli bis 23. Oktober 2016

      www.lehmbruckmuseum.de