abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Im Rahmen der Sonderausstellung "Rock und Pop im Pott" des Ruhr Museum
      gastierte Stoppok mit Band auf dem Welterbe in Essen. Gut zwei Stunden
      wurden die Fans mit einer Konzert-Session im besten Rock-, Folk- und
      Blues-Stil unterhalten. Am Ende gab es sogar eine unerwartete Überraschung.

      Denkt man an Essen und Musik, so kommen einem gleich die Rockpalast-
      Nächte in der Grugahalle in den Sinn. So oder so ähnlich fühlte es sich auch in
      der ausverkauften Halle 5 auf Zollverein an. Die reduziert gestaltete Bühne war in
      ein eher dämmriges Licht getaucht. Oben prangte ein asiatisches Schrift-
      zeichen. Stoppok, mit kariertem Anzug und roten Schuhen, sehr modebewusst
      daher kommend, hatte Reggie am Bass und Sebel dabei. Letzterer bediente
      dieses Mal nicht die Tasten oder Gitarrenseiten, sondern bearbeitete überzeu-
      gend im Hintergrund die Drums. Als Trio kam so der Groove des Basses richtig
      gut rüber und Stoppok konnte an einer seiner vielen und wechselnden Gitarren
      glänzen. Die können auch schon mal optisch sehr bemitleidenswert aussehen,
      aber klingen in seinen Fingern wundervoll. Er ist und bleibt ein großartiger
      Gitarrist, wie auch Reggie zauberhaft seinen Bass bearbeitete. Gibt es einen
      besseren Bassisten? Selbst als Sänger eines Hendrix-Songs konnte er
      überzeugen.

      Grundsätzlich spielt Stoppok wozu er Lust hat. Natürlich waren das einige
      Songs von den letzten beiden Studioalben "Popschutz" und "Operation 17".
      Bekannte Klänge wie "Auf festem Grund", "La Compostella", "Nicht besser
      komm könn", "Alles klar", "2 wunderschöne Augen", "Man weiß es nicht",
      "Mein Herz hat damit nichts zu tun" oder neue US-Hymne "Friss den Fisch
      (egal wie er stinkt)", eine Botschaft an all die Wähler, die für das präsidiale
      Chaos im Weißen Haus mit verantwortlich sind. Im Gepäck waren auch ein paar
      ältere Songs wie "Tanz", "Sei nicht sauer", "Leise" oder "Dumpfbacke". Teil-
      weise endeten einige doch eher in einer instrumentalen Session ohne ein typ-
      isches Ende. Große Musiker dürfen das und den Fans gefiel es. Ganz spontan
      spielte Stoppok mal eine neue Gitarre an. Die ersten Akkorde erinnerten ihn an
      seinen alten Song "Risiko". Es wurde sich kurz abgestimmt und das Programm
      kurzfristig abgeändert. Typisch waren auch mal Texthänger. Er hat so viele gute
      Songs geschrieben und benutzt keinen Teleprompter. Wie soll man die alle
      behalten? "Ihr wisst schon", rief er von der Bühne, und die Fans sangen im Kopf
      mit. Alles kein Problem, wie auch mal der kurze Ausfall des Basses. Dann
      klatscht eben das Publikum den Bass. Das macht Stoppok so sympathisch. Er
      lässt sich von keiner großen Plattenfirma ins Werk pfuschen, tritt absolut
      bodenständig und ohne Starallüren auf, hat einen sehr guten Humor und hat den
      Blick für gesellschaftliche Irrwege, um diese musikalisch fein zu verpacken.

      War es ein besonderes Bonbon für die Essener? Er ist in der Stadt aufgewach-
      sen und hat sie nicht vergessen. Am Ende hieß es "Ich hab noch einen für euch.
      Ich wisst es noch nicht". Wahrscheinlich wieder einer dieser Willi-Songs, wie
      eigentlich immer. Nein, für Essen holte er einen Song hervor, den alle still im
      Hinterkopf, aber schon gar nicht mehr erwartet hatten. Ganz selten ist dieser
      Song mit im Gepäck, doch hier spielte er ihn tatsächlich! Die Zeche Zollverein
      ist zwar vorwiegend aus Backstein erbaut, doch mit "Aus dem Beton" über-
      raschte er alle. Die erste Akkorde und alle waren aus dem Häuschen. Es ist
      eines der ungewöhnlichsten Liebeslieder der deutschen Musikgeschichte. Nur
      einer wie Stoppok konnte es schreiben. Die Fans waren restlos verzückt und
      teils auch gerührt. Paare lagen sich eng in den Armen und blickten sich tief in
      die Augen. Nach dieser Überraschung als Schlusspunkt schickte er seine Fans
      glücklich nach Hause. Es war ein großer Abend mit großen Musikern an einem
      besonderen Ort.

      Datum: 18. Februar 2017

      Infos und Fotos zur Ausstellung "Rock & Pop im Pott"
      www.stoppok.com