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      Es gibt Künstler, die wunderbare Unikate fern des Mainstreams sind. Stoppok
      ist so einer. Im Februar ist er 60 geworden. Das Publikum im Ringlokschuppen
      Ruhr in Mülheim lauschte jedem seiner Töne gebannt.

      Stoppok war richtig gut aufgelegt, hatte Spaß und kam mit seiner großartigen
      Band. Sebel ist ein klasse Multiinstrumentalist, der auch solo gut unterwegs ist
      und auch ein neues Album veröffentlicht hat. Wally Ingram gibt nicht nur am
      Schlagzeug den Takt an. Abschließend wäre da noch der große Reggie Worthie
      am Bass. Die Jungs sorgten, neben dem wunderbaren Saitenzupfer Stoppok für
      den sehr guten Ton auf der Bühne. Die war gewohnt reduziert und schlicht.
      Stoppok braucht keine Mega-Lichtshow mit LED-Leinwand, Tänzerinnen, Pyro-
      technik und fünf Klamottenwechseln, um als Persönlichkeit und musikalisch zu
      überzeugen. Seine teils optisch bemitleidenswerten Gitarren und sein heller
      Geist zaubern jede Menge Atmosphäre auf die Bühne. Die Saiten stimmt er
      auch noch selber, live vor dem Publikum.

      Es war eine Mischung aus Musik und vergnüglichem Talk mit den Fans. Ist das
      prägende Thema auch noch so traurig, Stoppok weiß, wie man mit einer Wahl-
      katastrophe humorvoll umgeht. „Es hätte besser kommen können“, bemerkte er
      in Anlehnung an einen seiner Songs. Er hatte es eh gewusst und deshalb
      passte das Programm auch so herrlich zum Wahl-Desaster, egal wer gewonnen
      hätte. Es geht eben immer noch tiefer, als man meint denken zu können. Selbst
      unser Volks verdummendes TV-Programm könnte auch hier mal Auswirkungen
      haben. Man stimmte ihm hundertprozentig zu. Stoppok redet eben wunderbaren
      Klartext, auch in seinen Songs.

      Ob „Planlos durch das All“, „2 wunderschöne Augen“, „Man weiß es nicht“,
      „Mein Herz hat damit nix zu tun“, die Kackophonie dieser Welt kann musikalisch
      verpackt so wunderbar klingen. Zum 60. jamte er mit Musikerkollegen „Purple
      Haze“ von Jimi Hendrix im Studio und mit der tollen Band klasse auch in
      Mülheim. Seine alten Klassiker durften aber auch nicht fehlen. „Dumpfbacke“,
      „La Compostella“, „Auf festem Grund“, „Alles klar“, „Wie tief kann man sinken“
      oder „Ärger“ konnten viele mitsingen. Eine Hymne hat Stoppok ganz ungewollt
      nun auch geschrieben. „Friss den Fisch“, vom neuen Album, kommt nicht nur
      im Norden super an. So ganz ohne „Willi“ geht ein Stoppok aber nie nach
      Hause, auch in Mülheim nicht. Er hätte noch so viele gute Songs gehabt, aber
      so ein Konzert ist zeitlich eben endlich und zweieinhalb Stunden ohne Pause
      waren sehr ordentlich.

      Das Konzert in Mülheim war eine richtig gute Session mit klasse Musikern,
      einem unnachahmlichen Groove und hervorragender Stimmung. Wer es verpasst
      hat, Stoppok spielt im Februar 2017 auf Zollverein.

      Datum: 9. November 2016

      www.stoppok.de
      www.ringlokschuppen.de