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      Stoppok ist wieder auf Tour, dieses Mal mit der texanischen Singer-Songwriterin
      Tess Wiley als multiinstrumentale und gesangliche Begleitung. Die dritte Station
      der Tour war ein ganz besonderer Ort, die Christuskirche in Bochum mit ihrer
      außergewöhnlichen Akustik. Es war ein klasse Abend mit einer entspannten
      Stimmung bei voller Hütte.

      Stoppok war sehr gut aufgelegt. Guter, trockener Humor ist sein Markenzeichen.
      So ließ sich auch jede Zwangspause, z.B. durch das stets unvermeidliche
      Stimmen der Gitarren, gut überbrücken. Es war für ihn obendrein eine Premiere
      in der Christuskirche. Wenn man sie erstmals betritt, schaut man sich automa-
      tisch um, so außergewöhnlich spannend ist die Architektur. Erklingen erste
      musikalische Töne, so genießt man den kathedralen Hall mit einer Nachhallzeit
      von 3,5 Sekunden. Das wirkte sich auf Stoppoks virtuoses Gitarrenspiel aus.
      Der Hall vergrößert das große Volumen seiner Saiten noch mehr. Hinzu kam
      Tess Wiley, die nicht nur Gitarre spielt, sondern auch noch das Keyboard von
      Sebel, Violine, eine Autoharp und afrikanische Cowbells, die sonst böse
      Geister davon jagen. Ihre Stimme konnte ebenfalls überzeugen. Zwei gute
      Songs aus eigener Feder durfte sie darbieten, u. a. den Titelsong ihres neuen
      Albums "Little secrets". Alles zusammen vermischte sich zu einer ganz beson-
      deren akustischen Hörkollage, wie sie nur an wenigen Orten so möglich ist.

      "Und sonst?" Stoppoks Frage wird im Pott natürlich vom Publikum mit "Muss"
      beantwortet. Das sakrale Kreuz in seinem Rücken war nicht nur ein will-
      kommenes Wortspiel, sondern es erzeugte anfangs eine anmutende und eher
      zuhörende Stimmung. Man genoss die außergewöhnlichen Töne mit Tess und
      Stoppok und die Akustik. Eine Konzertstimmung, wie man sie sonst von
      Stoppok kennt, kam erst später auf. Songs wie "Mülldeponie" auf Stoppoks
      Waldzither oder "Tanz" bekamen eine besonders feine Aura. Beim Anblick
      dieses Kirchenraums fiel besonders auf, dass viele Stoppok-Songs sich um
      Menschlichkeit oder Missstände in der Welt drehen, durchaus Themen der
      Kirche. Die Rolle als "Prediger" nahm er ironisch gerne an und bezeichnete
      das Publikum sogar doppeldeutig als (Fan-)"Gemeinde". Bei "Friss den Fisch",
      die Hymne für alle Trump-Wähler in den USA, spielten sich Tess und Stoppok
      den Ball verbal herrlich zu. Zwischendurch träumte er mal im Spaß von einem
      letzten Konzert 2020, irgendwo illegal und von der Polizei abgeführt. So tritt man
      ab.

      Es gab viele seiner Hits zu hören. Ob "Wetterprophet", "Auf festem Grund",
      "Rausch ab" oder "La Kompostella", man kannte seine Songs. Als Affront hätte
      man seinen Eröffnungssong "Schöne Grüße" mit der Zeile "…am schönsten ist
      es immer anderswo- sowieso …" deuten können. Er merkte es mitten im Song.
      Natürlich durfte, passend zur Architektur der Kirche, sein wunderschönes
      Liebeslied "Aus dem Beton" nicht fehlen.

      Es war ein ganz feines Stoppok-Konzert mit einem tollen Gast an einem
      wunderbaren Ort. So hat man Stoppok selten erlebt.

      Datum: 16. November 2017

      www.stoppok.com
      www.christuskirche-bochum.de