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      Mit der sehr schönen Ausstellung "Josef Stoffels. Steinkohlezechen - Fotogra-
      fien aus dem Ruhrgebiet" läutet das Ruhr Museum das Jahr des Kohleausstiegs
      ein.

      Stoffels ahnte Anfang der 1950er Jahre, dass die Welt des Bergbaus sich sehr
      verändern sollte. Seine selbst gestellte Aufgabe war es, rund 160 Zechen mit
      mindestenz einem Foto für die Nachwelt zu dokumentieren. Man war noch stolz
      auf der Leistungsfähigkeit des heimischen Bergbaus, auch Stoffels. Probleme
      im Arbeitsalltag, wie körperliche Belastungen oder Staublunge, zeigen seine
      Motive niemals. Oft sind es die Übertageanlagen, die vorbildlich und meistens in
      schwarz-weiß dargestellt werden. Menschen tauchen auch auf. Berglehrlinge
      im Holzlager, Arbeiter in Kleinstzechen oder Kumpel bei der Markenausgabe.
      Unter Tage wirken die Kumpel genauso stolz wie die mächtigen Betriebsan-
      lagen darüber. Rauchende Schlote stehen für Wirtschaftswachstum und Wohl-
      stand. Der Bergbau, das war der Zukunftsmotor des Ruhrgebiets. Die Motive
      zeigen außerdem die Siedlungen und Wohnheime der Bergleute. Eine Steiger-
      wohnung war da schon etwas bessere.

      Mit dem Bergbau verbundene Branchen, wie der Stahl, werden in den Kabinetten
      gezeigt. Krupp Rheinhausen wird ausführlich thematisiert, ein damals mächtiges
      Werk. Auf Messen wurde für moderne Materialien und Produkte geworben.
      Gebaut und konsumiert wurde jede Menge, auch neue Fernseher, VW-Käfer
      oder amerikanische Erfrischungsgetränke.

      Als Rückblick sind die Fotos der Stadt Essen im Zeiten Weltkrieg sehr inter-
      essant. Viele der schwer zerstörten Gebäude erkennt man wieder. Stoffels war
      auch auf der Villa Hügel, zur Zeit der Besatzer. Gerne fotografierte Stoffels auch
      in der Gruga oder am Baldeneysee. So viele Freizeitmöglichkeiten gab es bis in
      1960er Jahre in Essen nicht.

      Zur Ausstellung ist im Klartext Verlag ein gleichnamiger und schöner Katalog
      erschienen.

      Laufzeit: 22. Januar bis 2. September 2018

      www.ruhrmuseum.de