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Ausstellung 'Ortlose Stille' im Museum unter Tage in Bochum
„Ortlose Stille. Landschaftsfotografien von Bernard Descamps und Andreas Walther“ lautet der Titel einer hervorragenden Ausstellung im Museum unter Tage in Bochum. Analoge und digitale Landschaftsfotografie treffen unterschiedlich aufeinander. In allen Fotografien erkennt man keinen Hinweis auf den Ort. Alles ist fern der Zivilisation.

Andreas Walther (geb. 1971) ist jemand, der digital unterwegs ist. Natur und Landschaften wirken wie Gemälde mit Strukturen, die Gebirgsformationen oder Waldmotive künstlerisch bearbeitet wiedergeben. Schneefelder auf dunkelgrauen Bergen oder Pulverschnee, wie man ihn aus alten Skifilmen kennt. Der Wald ist für ihn ein kaum zu durchdringendes Dickicht. Besonders nachts, wenn er dort seine Kamera ohne eine bewusste Motivauswahl einfach mal auslöst, blickt man in eine nachtdunkle und geheimnisvoll-mystisch wirkende Ansammlung aus Bäumen. Je näher man diese düsteren Waldansichten kommt, desto klarer wird das Motiv. Seine Motive werden im Ausstellungsführer durchgehend als geografisch unbekannt bezeichnet.

Bernard Descamps (geb. 1947) präsentiert Arbeiten aus seiner Werkgruppe natura. Man erblickt Gebirgsdarstellungen, Waldansichten und das Meer, um anschließend mit den Vögeln in die Lüfte abzuheben. Descamps ist fotografisch rein analog unterwegs. Überwiegend weisen seine Motive eine gewisse Ordnung auf. Entstanden sind sie zwischen 1992 und 2000 in Island, Frankreich, Madagaskar, Marokko, Italien, Thailand, Belgien, China, Japan und in den Niederlanden. Auf den ersten Blick sehen sich seine Werkgruppen, z.B. bei den Walddarstellungen ähnlich aus. Wenn man die Baumarten aber genauer betrachtet, so erkennt man Unterschiede. Besonders bei Schnee wirkt so ein Wald besonders strukturiert. Nur der chinesische Wald wirkt etwas weniger klar. Starke Hell-Dunkel-Kontraste prägen ebenfalls die Meeresmotive. Manchmal bildet ein Lichtschein den Horizont. Bei den Vögeln möchte man sich mit ihnen in die Luft erheben und in ein fernes Land fliegen. Während eines Vogelzuges bilden sie klare Formen, während ein Schwarm auch mal wie eine ungeordnete Anhäufung von Vögeln sein kann. In einem abgeteilten Raum findet man einen Film von Bernard Descamps, zusammengesetzt aus jahreszeitlichen Ansichten eines Feldes. Unterlegt ist mit der Musik von Jan Garbareck.

In diesen schwierigen Zeiten ist diese ruhige und teils meditative Fotoausstellung eine wahre Wonne. Hier lässt es sich herrlich abschalten. Sehr schön hat man auf eine dichte Hängung verzichtet und die Arbeiten locker präsentiert.

Laufzeit: bis 10. Oktober 2021

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