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      Das Finale unter der Intendanz Peter Carps am Theater Oberhausen hat den
      tragenden Titel "Sterben & Erben". Während man schnell unter Erde ist, gestal-
      tet sich das Erben manchmal gar nicht so einfach. Es ist eine interaktive
      Begegnung zwischen Besuchern und Schauspielern, die richtig spannend ist.
      Konzept und Regie kommen von Uwe Mengel.

      Ort des Geschehens ist ein leer stehendes Ladenlokal auf der Marktstraße 127
      in Oberhausen. Es geht um ein Erbe von 2,1 Mio. Euro, das Anita Kaufmann
      ihren vier Verwandten hinterlassen hat. Obwohl sich alle nicht besonders viel
      um sie gekümmert haben, kannte sie ihre Pappenheimer offenbar sehr gut. Mit
      ihren Tod kam die Rache. Jeder sollte 275.000 Euro Anteil an ihrem Erbe
      erhalten, wenn sie alle vier sich auf einen wohltätigen Zweck für die verbleibende
      Million einigen können. Erste gemeinsame Gespräche der vier sehr entfremdeten
      Verwandten verliefen ergebnislos. Zur Wahl stehen vier Stiftungen: die Rosa-
      Luxemburg-Stiftung, die Giordano Bruno Stiftung, die Europäische Baptistische
      Mission und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Einigen sie sich nicht, so
      gehen die gesamten 2,1 Millionen Euro an eine Sterbehilfe Organisation in der
      Schweiz.

      Hanne aus Heidelberg (Susanne Burkhard), Emil-Severin aus Augsburg (Moritz
      Pechke), Gerald aus Dresden (Henry Meyer) und Paula aus Frankfurt (Angelika
      Falkenhan) sind sich so verschieden, dass das Erbe in weite Ferne gerät. Jeder
      bevorzugt eine andere Stiftung. Pragmatismus oder Kompromisse kennen sie
      nicht. Jeder hat seine festen ethischen Werte. Die Baptistin kann der Sterbehilfe
      nicht zustimmen und die Atheistin der Baptistin nicht. Ähnlich sieht es zwi-
      schen dem Kommunisten und dem AfD-Mitglied, das sich natürlich nicht als
      Nazi betrachtet, aus. So müssen die Besucher die vier Figuren in ihren Boxen
      durch Fragen kennenlernen, mit ihnen diskutieren und versuchen Brücken zu
      bauen. Die Fronten sind ziemlich verhärtet und eine Einigung fast ausge-
      schlossen.

      Diese sehr kreative Theaterperformance in der alten Oberhausener City ist eine
      tolle Idee mit richtig guten Diskussionen zu aktuellen und wichtigen Themen.
      Nebenbei kommt man den Schauspielern des Theater Oberhausen mal so richtig
      nahe. Ob die Vier ihr Erbe retten, das steht dabei in den Sternen.

      Am 11.06 gibt es ein um 18.30 Uhr ein Abschlussgespräch in der b.a.r des
      Theater Oberhausen (Eintritt frei).

      Datum: 7. Juni 2017, Ort: Marktstraße 127, Oberhausen

      www.theater-oberhausen.de