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      Mit "Open (S)Pace" geht das Ballett im Musiktheater im Revier (MiR) sehens-
      wert neue Wege. Aus Tanz wird Performance. Der Choreograf ist Jeroen
      Verbruggen.

      Betritt man den kleinen Saal in MiR, hört man nicht nur den Pulschlag. Man
      entdeckt eine achteckige Bühne, um die die Zuschauer sitzen. Unter ihnen
      haben sich die Akteure verteilt, die langsam sich erheben und mit Taschen-
      lampen im Saal suchend und entdeckend ich bewegen. Das Publikum wird
      daran beteiligt. Man kommt den Akteuren ganz nahe. Die Guckkastensicht
      wird komplett aufgehoben.

      Die Performance ist eine Mischung aus Tanz, Licht, Bühne und Musik. Alle
      vier Komponenten sind gleichberechtigt. Quasi ein Gesamtkunstwerk, bei
      dem man dicht dabei ist. Es dauert nicht lange, bis eigene Interpretationen
      im Kopf fließen. Die experimentelle Art der Darstellung legt keine Gedanken-
      muster fest.

      Musikalisch ist es eine spannende Mischung aus dunklen Filmssounds eines
      Höllenschlunds, vermengt mit Techno-Beats, unbekannten Geräuschen, vielen
      elektronischen Klängen und auch ab und an Stimmen. Selbst die Akteure
      stoßen gelegentlich Laute aus. Als roter Faden zieht sich der Pulsschlag
      durch die Performance. Alles wirkt sehr energetisch oder bedrohlich, aber
      stets spannend.

      Abwechselnd treten die Tänzerinnen und Tänzer auf die Bühne, die wie ein
      Ring erscheint. Sie Lieben sich, kämpfen miteinander oder schaufeln Erde.
      Die Mutter Erde ist deutlich sichtbar ein Hauptthema des Stücks. Jeroen
      Verbruggen spricht vom "Kreislauf des Lebens". Teilweise wirkt es wie eine
      Sciencefiction-Performance mit Urzeitlichen Elementen, was auch für die
      gelungen Kostüme gilt. Ein scheinbar rauchender Planet über der Bühne
      wird am Ende zu einem Stück Erde. An diesem Punkt kann der Betrachter
      die Geschichte mit seinen eigenen Phantasien fortführen.

      Die zwölf Akteure müssen tänzerisch sehr viel leisten. Manche Momente sind
      sogar artistisch und nicht ungefährlich. Der anspruchsvolle Tanzstil kommt
      nicht gewohnt fließend daher, sonder eher avantgardistisch.

      Datum: 9. Mai 2018

      www.musiktheater-im-revier.de