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      Es gibt große Musiker, die leider nicht mehr unter uns sind. Ihre Songs leben
      allerdings weiter. Zwar ist Essen nicht Las Vegas, aber "Sinatra and Friends"
      gastierten mit ihrer sehr schönen und unterhaltsamen Show in der Philhar-
      monie Essen.

      Sie waren berüchtigt. Das sogenannte "Rat Pack" um Frank Sinatra ließ
      keine Genüsse des Lebens aus. Ihr Charme zog die jungen Damen nur so
      an. Mia Farrow, einer der Ehefrauen Sinatras, war sogar 30 Jahre jünger
      als er, sie war zwanzig. Die Ehe hielt zwei Jahre. Alle frönten dem Whiskey.
      Für Dean Martin war es das Zeug, das ihm bewusst werden ließ, dass er der
      berühmte Star war und nicht irgendein kleiner Provinzsänger. Eine clevere
      Rechtfertigung für den hohen Alkoholkonsum. Sammy Davis Jr. ließ aber
      auch keine Bar aus. Ihre etwas arroganten Bühnendarbietungen brachten
      ihnen die höchsten Gagen ihrer Zeit in den USA. Das Mekka des Showbiz
      lag ihnen zu Füßen. Sie waren der Prototyp für alle großen Entertainer nach
      ihnen.

      Die Show führt in die Zeit der frühen 1960er Jahre. Stephen Triffitt (Frank
      Sinatra), Mark Adams (Dean Martin) und George Daniel Long (Sammy
      Davis Jr.) schlüpfen sehr geschickt in die Rollen ihrer musikalischen Vor-
      bilder, auch optisch. So ähnlich stand wohl auch das "Rat Pack" auf der
      Bühne. Die guten Kostüme sind aus der Zeit, wie auch das Bühnenbild.
      Ohne Showtreppe geht hier nichts. Sie arbeiten auch noch mit Handmikro-
      fonen, statt mit modernen Mikrofonen am Kopf. Vermutlich wird kaum ein
      Besucher die drei Originalkünstler live erlebt haben, aber stimmlich ist die
      Show wirklich sehr gut. Sie frotzeln einander, reißen Witze über sich selbst
      und andere und schenken sich immer wieder ein. Bewegungstechnisch
      ähnelt das alles schon sehr den Auftritten des Rat Packs, hier und da
      bewusst überhöht. Die ironische Interpretation liefern sie gerne mit.

      Begleitet wird die Show ganz hervorragend live von einer 9-köpfigen Band und
      den "Golddiggers", drei Damen als gesangliche Unterstützung im Stil der
      Zeit, stimmlich und tänzerisch. Eine von ihnen darf außerdem die Rolle der
      Nancy Sinatra, Franks Tochter, einnehmen und einige ihrer Hits schmettern.
      Ansonsten gab es alles zu hören, was die Karrieren der drei Entertainer aus-
      gemacht hat, reichlich Songmaterial: "Ol' man river", "King of the road",
      "Strangers in the night", "That's amore", "Mr. Bojangles", "Leroy Brown",
      "Something stupid" oder "Fly me to the moon". Der inszenierte und doch
      spontan wirkende Humor war ganz im Sinne von Sinatra und Co.. Das war
      eines ihrer Markenzeichen.

      Zum Ende kamen noch die ganz großen Hits, die Sinatra fast unsterblich
      haben werden lassen. "Mack the knife", "My way" und "New York, New
      York. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend mit tollen Künstlern und
      wunderbaren Melodien. Die Zeitreise kam an.

      Datum: 3. Januar 2019, bundesweit auf Tournee

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