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      Mit der sehr schönen Ausstellung „Finding the Unexpected - Sam Shaw - 60
      Jahre Fotografie“ ehrt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen einen Fotografen,
      der den guten Blick für die Situation ganz sicher hatte. 230 Schwarz-Weiß-
      Fotos sind zu sehen.

      Sam Shaw (1912-1999) war mit seiner Kamera ein Geschichtenerzähler. Häufig
      fotografierte er am Filmset die großen Stars wie Romy Schneider, Woody Allan,
      Joanne Woodward, Gena Rowland, Anthony Quinn, Gary Cooper, Audrey
      Hepburn, Dennis Hopper, Marcello Mastroianni, Melina Mercouri, Claudia
      Cardinale, Liz Taylor, Sophia Loren, Patti Smith, Fred Astaire oder Paul
      Newman. Er hat Prominente als Menschen wahrgenommen und abgelichtet.

      Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit Marilyn Monroe. Oft sind es
      natürliche Portraits der Norma Jean Baker. Manchmal wirkt wie die Unglückliche
      oder zieht Grimassen. Sie sitzt Zeitung lesend und den Gesprächen lauschend
      auf einer Parkbank oder steht im Imbiss. Fehlen darf natürlich nicht das Making
      of vom fliegenden Rock 1954, damals seine Bildidee. Es sind häufig spontane
      und ungeschminkte Portraits.

      Dem Bildjournalismus war Sam Shaw war ebenfalls sehr zugewandt. Was ist
      hinter der nächsten Ecke? Er zeigt wie Filme entsteht und kann aus jeder
      Situation eine Reportage machen. Es sind Exilkünstler in den 30er und 40er
      Jahren, Tänzerinnen, Prostituierte, spielende Kinder, Soldatenfamilien in Sorge
      um ihren Vater, Wahlkampf weißer Rassisten in den USA 1946, Busse nur für
      Schwarze oder eine Anti-Vietnam-Demo. Ob posierend oder aus der Situation
      heraus abgelichtet, es sind immer tolle Momentaufnahmen. Ob Künstler wie
      Marcel Duchamps und Marc Chagall oder Sportler wie Mohammad Ali, seine
      Motive sind nicht von der Stange, den großen Star darstellend. Louis Armstrong
      sitzt ganz einsam und nachdenklich auf einer Bühne, ohne eine Trompete zu
      spielen.

      Sam Shaw spielte mit Architektur und war ganz fasziniert von Morden und
      Unfällen, schreckte davor nicht zurück. Er war sehr vielseitig und immer
      mitten drin. Die Portraits zeugen von gegenseitigem Vertrauen. Sie wirken
      niemals bloßstellend. Hier und da blitzt sogar Humor durch.

      Laufzeit: 21. Mai bis 17. September 2017

      www.ludwiggalerie.de