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 Ausstellung 'Heinrich Seepolt 1903 -1989' im Museum St. Laurentius in Duisburg-Rheinhausen
Das Museum St. Laurentius in Duisburg-Rheinhausen zeigt die sehr sehenswerte Ausstellung des in Duisburg geborenen Künstlers Heinrich Seepolt, einem Schüler von Paul Klee.

Heinrich Seepolt wurde 1903 in Duisburg geboren und starb 1989 in der Voreifel. Seine Beziehung zu seiner Heimatstadt kühlte nie ab. Nach seinem Kunststudium an der Kunstakademie unter Julius Paul Junghanns und Paul Klee, wirkte er lange Jahre in seinem Duisburger Atelier, bis es 1944 ausgebombt wurde. Seine Frau, eine halbjüdische Pianistin, gebar 1942 in der Schweiz den gemeinsamen Sohn Rolf, der heute noch das Erbe des Vaters hütet. In der Zeit der nationalistischen Herrschaft schaffte es Seepolt geschickt, weiter künstlerisch zu arbeiten, auch wenn er den Nazis nichts abgewinnen konnte. Man konnte ihm jedoch keine feindliche Haltung gegenüber dem Regime nachweisen, obwohl er von der Gestapo einmal verhaftet und 30 bis 40 seiner Arbeiten als "entartet" eingestuft und vernichtet wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er dann seiner Zeit voraus. Er engagierte sich mit seiner Frau gegen Kriegstreiberei, Rassismus und stellte Frieden und Umweltschutz in den Mittelpunkt. Kommenden Generationen wollte er eine lebenswerte Umwelt hinterlassen. Er war sozusagen ein Mensch mit politisch grünen Gedanken, der leider zu früh gewirkt hat.

Künstlerisch sind in der Ausstellung Themenbereiche zu erkennen, Lesende und Badende. Einflüsse von Künstlern wie Chagall, Picasso, Klee oder Lehmbruck sind nicht zu übersehen. Er arbeitete gerne mit Öl oder Ölkreide. Expressionisten waren ihm nicht fremd. Ein Bild zeigt seine Frau, ein anderes ihn selbst in frühen Jugendzeiten. Das Werk, das zu seiner Verhaftung durch die Gestapo führte, die "Duisburger Madonna", ist in einer Nische ausgestellt. Jedes Bild hat seine eigene Geschichte, die man sich selbst deuten kann. Was hat seine schwarze Ziege für eine Aussage? Ein Bezug zu seinem Lehrer Julius Paul Junghanns liegt hier nahe. Man findet fröhlich tanzende Menschen in leuchtenden Farben, wie auch gesenkte und nachdenkliche Körperhaltungen, wie ähnlich bei Picasso oder Lehmbruck. Sein "Gestürzter" stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, Lehmbrucks Plastik entstand kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Die Beziehungen fallen einem schnell ins Auge. 1951 hatte Heinrich Seepolt seine letzte eigene Ausstellung. Anschließend wollte er nicht mehr, war aber noch künstlerisch tätig.

Diese tolle Ausstellung, die mühelos in renommieren Kunstmuseen der Region hängen könnte, ist in der entweihten Kirche der Eisenbahnsiedlung in Hohenbudberg (Ortsteil von Duisburg) zu erleben. Hier sind ebenfalls die spannenden Arbeiten von Sándor Szombati als Dauerausstellung zu sehen, die Klangobjekte, kinetische Objekte und den Magnetobjekte beinhalten. Alles wird hier ehrenamtlich organisiert.

Zur Ausstellung ist ein sehr informatives Begleitheft erschienen, das im Museum zu erwerben ist.

Dauer- und Sonderausstellung kann man an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 Uhr bis 17 Uhr erleben. Nach Terminabsprache ist ebenfalls ist ebenfalls ein Besuch möglich.

Laufzeit: 7. Juni 2020 bis 3. Januar 2021

www.sandor-szombati.de