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      Im Rahmen der schönen Ausstellung „Wir schaffen das!“ war der Karikaturist
      Heiko Sakurai zu Gast. Im Gespräch mit Frau Dr. Vogt, der Leiterin der
      Ludwiggalerie, gab er interessante Einblicke in seine Arbeit.

      Heiko Sakurai ist bekannt als Karikaturist der Berliner Zeitung oder der WAZ
      (seit 2000). Leser in der Region kennen seine oft bissigen Karikaturen. Dabei
      arbeitet er in der Regel tagesaktuell. Er greift die Themen des frühen Tages auf,
      studiert diverse Medien und muss zwischen 11 und 13 Uhr die entscheidenden
      Striche auf das Papier bringen. Zunächst mit Bleistift skizziert, werden die von
      den Redaktionen ausgewählten Versionen am PC ins Reine gezeichnet und
      koloriert. Dabei recht er stets bis zu drei Karikaturen ein, aus denen die Redak-
      teure auswählen können. Die Angst vor dem leeren Blatt ist immer da, aber
      irgendwie bekommt er trotzdem etwas zustande, mal gut, mal schlechter.

      Seine Hauptfigur ist natürlich die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er liebt ihre
      Gesten und ihre Mimik. Ihre Augen und der Mund sind wichtige Merkmale.
      Schon ihre zur Raute geformten Hände genügen als Karikatur, um sie zu
      zeichnen. Dabei findet er, dass sie ihre Frisur durchaus zu ihrem Vorteil verän-
      dert hat, zumindest so gut es geht. Er hat sie bereits als junges Mädchen im
      Politzirkus und als Ministerin gezeichnet. Auch sie wird eines Tages Geschichte
      sein, wie Kohl, Schröder, Stoiber oder bald Obama. Begegnet ist er ihnen dabei
      nie, aber seine Karikaturen werden im Kanzleramt der Kanzlerin vorgelegt. Natür-
      lich tauchen bei ihm auch aktuelle Personen auf. Seehofer ist da immer will-
      kommen, aber auch Putin oder Hollande. Gerne vermischt Heiko Sakurai auch
      aktuelle Themen miteinander.

      Als Karikaturist hat man natürlich auch mit Problemen zu kämpfen. Merkel
      kritische Zeichnungen werden manchmal von Rechtspopulisten geteilt und
      gelobt. Es lässt sich nicht verhindern. Ein anderes Problem ist die Lage auf
      dem Zeitungsmarkt. Nicht nur die WAZ hat mit stetig sinkenden Abonnenten
      und Einzelverkäufen arg zu kämpfen. Keine Tages- oder Wochenzeitung in
      Deutschland frohlockt momentan. Falls mal kein Platz mehr für seine Karika-
      turen sein sollte, ein Rettungsboot im untergehenden Zeitungsmarkt sieht er
      noch nicht. „In einem Rettungsboot hat auch nicht jeder einen Platz“, so Heiko
      Sakurai. Hoffentlich wird dieses Bild nicht seine letzte Karikatur zieren.

      Datum: 29. Oktober 2016

      www.ludwiggalerie.de
      www.sakurai-cartoons.de