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      Örtlich ganz nahe am Thema, befasst sich die interessante Ausstellung       "Vom Nutzen der Angst - The Politics of Selection" mit dem Thema Krupp.
      Die Urbanen Künste Ruhr präsentieren die Arbeit der Künstlerin Peggy Buth
      in der ehemaligen Kirche St. Barbara in Rheinhausen.

      Krupp war ein unternehmerischer Gigant, ist ein Mythos. Ohne Krupp wäre
      Rheinhausen nicht so intensiv in den Medien aufgetaucht. Selbst Peggy
      Buth hat den Arbeitskampf damals in der DDR im Fernsehen verfolgt. Heute
      greift sie das Thema auf und traf auch die Beteiligten. Aus gefühlten Film-
      figuren wurden Menschen von Angesicht zu Angesicht.

      Rheinhausen kennt die Leipzigerin mittlerweile sehr gut. Das Archiv des
      Arbeitskampfes hat sie gründlich durchforstet und digitalisiert. So bekommt
      ihre Ausstellung eine sehr authentische Note, auch wenn sie örtlich bis nach
      Essen blickt, wo Krupp seine Keimzelle hatte.

      Es ist der Blick auf die Arbeiter und die Unternehmer. Wie hat man das
      Image gepflegt? Wie haben sich die Themenschwerpunkte verschoben?
      Welche Art von Typografie wählte man und welche öffentlichen Ausdrucks-
      weisen nutze man? Insgesamt sind drei Bereiche. Ein Teil zeigt die digital-
      isierten Arbeiten an fünf Monitoren. Der zweite Teil widmet sich den Werks-
      zeitungen und ihren Parolen.

      Der dritte Teil besteht aus drei Leinwänden. Hier setzt sich Peggy Buth mit
      der kruppschen Geschichte und der Arbeitergeschichte durchaus kritisch
      auseinander. Sie zeigt in ihren Filmen ohne Schwenks ganz still die Orte,
      an denen im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter von Krupp leben mussten. Es
      gab 1943 in Essen 300 Ausländerlager. Die Orte sind völlig vergessen. Nur
      wenige Opfergruppen haben Entschädigungen erhalten. Auch das neue
      monumentale ThyssenKrupp Hauptquartier spielt eine Rolle. Die bewegten
      historischen Filmszenen und Fotos zeigen dagegen Demos am 1. Mai, die
      Verhaftung des letzten Krupps durch Alliierten auf der Villa Hügel, den
      pompösen Empfang Hitlers in den Werkshallen, die kleinen Grabkreuze der
      Zwangsarbeiter und die protzigen Grabmäler der Familie Krupp.

      Sie widmet sich der Arbeiterkultur. Wie sieht es in Arbeiterstadtteilen aus,
      wie in den Werkssiedlungen? Selbst der Essener Bergmann und SPD-
      Abtrünnige Guido Reil, der nun als Rechtsradikaler Mitglied der AfD ist, wird
      erwähnt. Das Thema der Ausstellung wird sehr umfassend und spannend
      dargestellt. Es zieht einen in seinen Bann.

      Der Eintritt ist frei.

      Datum: 10. August 2018

      allgemeine Infos und Fotos zur Ruhrtriennale 2018
      www.ruhrtrienale.de