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      Kommende Woche startet die diesjährige Ruhrtriennale mit einer Vielzahl von
      Ur- und Erstaufführungen in das sechswöchige Festival der Künste an ausge-
      wählten Orten im Ruhrgebiet.

      Das Festival wird mit der Premiere von Christoph Marthalers "Nach den
      letzten Tagen. Ein Spätabend" am 21. August im Audimax der Ruhr-Univer-
      sität Bochum eröffnet. Der futuristische Hörsaal ist in Christoph Marthalers
      Kreation sowohl Bühne als auch Zuschauerraum. Die Besucher*innen finden
      sich in einem imaginierten Parlament wieder. In diesem erklingt die Musik
      von Komponisten wie Viktor Ullmann, Jósef Koffler, Szymon Laks, Pavel
      Haas, Fritz Kreisler und Erwin Schulhoff, die während des Nationalsozialis-
      mus deportiert, ermordet und in die Emigration gezwungen wurden. Das
      Ensemble u.a. mit den Schauspieler*innen Josef Ostendorf und Bettina
      Stucky sowie der Sängerin Tora Augestad verwebt Text und Musik zu einer
      dystopischen Zukunftsvision, die ein Bewusstsein für die aktuelle politische
      Lage in Europa schafft.

      Heiner Goebbels setzt sich in seiner neuen Kreation "Everything that
      Happened and Would Happen", deren Deutsche Erstaufführung am
      23. August in der Jahrhunderthalle Bochum stattfindet, mit der europäischen
      Geschichte der letzten einhundert Jahre auseinander. Mit einem internationa-
      len Ensemble aus Tänzer*innen, Performer*innen und Musiker*innen verbindet
      der Komponist und Theatermacher in seiner multimedialen Inszenierung
      Patrik Ou?edníks Text "Europeana" mit unkommentierten, tagesaktuellen
      Nachrichtenbildern des Fernsehsenders Euronews sowie Bühnenbildfrag-
      menten aus seiner Inszenierung "Europeras 1 & 2".

      Die ebenfalls frei zugängliche architektonische Sound-Installation "Bergama
      Stereo" des türkischen Künstlers Cevdet Erek zeigt eine Nachbildung des
      berühmten Pergamon-Altars in der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle
      Bochum. Der monumentale Lautsprecherfries kann ab dem 25. August
      besucht werden.

      Außerdem bietet die Ruhrtriennale auch wieder verschiedene kostenlos
      zugängliche Formate an. Am 23. August eröffnet beispielsweise der "Third
      Space" auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum. raumlaborberlin hat
      die Teile des Transall-Flugzeugs vollkommen neu angeordnet, um einen Ort
      für Kunst und Begegnungen zu schaffen. Im "Third Space" findet während des
      gesamten Festivals ein vielfältiges Programm bestehend aus Workshops,
      Performances, Konzerten, Lesungen und Partys statt, das zu Austausch und
      Diskurs einlädt. Verbindendes Thema sind Dialog und Essen, was insbeson-
      dere in dem kulinarischen Format "Dialog am Schneidebrett" mit verschie-
      denen Künstler*innen und Gästen zu erleben ist.

      Mit Sound und anderen Medien beschäftigt sich auch der Künstler Tony
      Cokes in seiner Multimedia-Installation "Mixing Plant", die am 22. August
      in der Mischanlage auf Zeche Zollverein in Essen eröffnet. Im Beitrag von
      Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale setzt sich der US-amerikanische
      Künstler mit den politischen Bezügen regionaler und internationaler Club-
      musik auseinander und verwebt animierten Text, gefundenes Bildmaterial,
      monochrome Farbflächen und Popmusik zu einer Mehrkanal-Installation. Der
      Eintritt zur Installation und zum Rahmenprogramm sind frei.

      Bis zum 29. September sind in den ehemaligen Industriehallen des Ruhrge-
      biets 164 Veranstaltungen zu erleben. Zu den Höhepunkten zählen unter
      anderem die Barockoper "Dido and Aeneas, Remembered" (ab 28.8.), die um
      eine Variation der Arie "Remember me" des finnischen Jazz-Gitarristen Kalle
      Kalima ergänzt wurde und von David Marton inszeniert wird sowie Kornél
      Mundruczós Interpretation von György Ligetis "Requiem", die er gemeinsam
      mit den Bochumer Symphonikern, dem lettischen Staatschor und den
      Darsteller*innen des Proton Theaters in "Evolution" (ab 5.9.) realisiert.

      Für die Ruhrtriennale 2019 kommen mehr als 800 beteiligte KünstlerInnen
      aus rund 35 Ländern ins Ruhrgebiet, um 35 Produktionen und Projekte,
      davon 14 Ur- und Erstaufführungen, in 14 unterschiedlichen Spielstätten in
      Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck zu zeigen.

      Laufzeit: 21. August bis 29. September 2019

      www.ruhrtriennale.de