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      Das Theater im Rathaus in Essen präsentiert das humorvolle Boulevardstück
      "Rita will's wissen" von William Russel. Mit dabei sind Jeanette Biedermann
      und René Heinersdorff. Regie führte Hugo Egon Balder.

      Guter Humor kann auch tiefgründig sein. Frank ist ein Dozent in der Erwach-
      senbildung, der mit seinem Job eigentlich völlig unzufrieden ist. Ständig
      muss er Studenten das Einmaleins der Literatur beibringen. Heine,
      Shakespeare oder Tschechow stehen auf dem Lehrplan. Als Lyriker hat er
      sich selbst mal erfolglos versucht, ist geschieden. Ein Seelentröster ist
      stets zur Hand. Als dann plötzlich die junge Rita seine Dienste wünscht,
      treffen sich zwei verschiedenen Kulturebenen. Er, der geistig vernebelte
      Literat und sie, die frische und aufgeweckte Göre aus unteren Gesellschafts-
      schichten, lernen sich auf amüsante Art und Weise kennen. Nein, Oscar
      Wilde hat nichts mit Gina Wild zu tun. Sprachlich und bildungstechnisch
      liegen Welten zwischen den beiden.

      Es ist eine Komödie, die zeigt, dass die Gesellschaftsschicht, in man hinein
      geboren wird, nicht prägend für das spätere Leben sein muss. Rita erscheint
      zunächst als wenig gebildet redende Berlinerin mit einem sehr natürlichen
      Slang. Sie ist direkt, witzig und weiß, was sie möchte. Sie möchte alles
      wissen. Bei Frank jedoch sprießen sofort die Vorurteile. Wie wird er die
      möglichst schnell los? Er merkt, wie sie ihn mehr und mehr durchschaut und
      ihm den Spiegel vorhält. Sie lässt sich nicht abschütteln, will gesellschaft-
      lich nach oben klettern, sich selbst finden, ohne ihre natürliche Art im Kern
      aufzugeben. So wandelt sie sich ganz erstaunlich, während Frank an seiner
      Situation nichts ändern kann oder dazu nicht in der Lage ist. Wer ist der
      Schüler und wer der Lehrer? Die Rollen vertauschen sich im Laufe des
      Stücks. Große Themen der Literatur, wie z.B. die Tragik, spiegeln sich im
      wahren Leben von Frank wieder. Er rutscht immer weiter ab, während Rita
      nicht erwartete Höhen erklimmt.

      Das Zwei-Personen-Stück überzeugt schauspielerisch und szenisch mit
      gutem Humor und ernstem Tiefgang.

      Datum: 30. Mai 2019

      www.theater-im-rathaus.de