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Tanzperformance 'A Human Race' bei den Ruhrfestspielen 2021 in Recklinghausen
Die Ruhrfestspiele holen eine spannende Tanzvariation auf die Bühne, die dort so bisher kaum zu sehen war. In der Inszenierung „A Human Race“, choreografiert von Grichka Caruge aus Frankreich, ist der Krump-Style im Vordergrund.

Krump kommt von der Straße, wurde im Jahr 2000 in L.A. von Tanzclowns erfunden. Es geht um Aggression, Wut, Ausgrenzung oder Diskriminierung. Junge Menschen am Rande der Gesellschaft haben diese Tanzform zum Leben erweckt, um ein Ventil für die im Leben erlittenen Narben zu kreieren. Sie schweißen sich zusammen, um gegen die Ungerechtigkeiten anzugehen. So langsam greift diese Art auf die Bühne über, was allerdings die Protagonisten vor Herausforderungen stellt, denn aus dem freien Stil der Straße wird nun eine feste Choreografie.

Auf der Bühne standen vier Tänzer und eine Tänzerin. Sie stammen aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich. Beteiligt waren Kreative der „Tanzkomplizen“ aus Berlin sowie Menschen von Cie-Art-Track aus Frankreich. Zwei mal drei Wochen Vorbereitung lagen hinter ihnen. Es ist eine sehr selbstbewusste und ausgesprochen emotionale Art des Tanzes. Sie stampfen mit den Füßen, spielen mit ihren Händen und Armen, um dabei gewaltfrei ihre Aggressionen und die Wut heraus zu lassen, für ein besseres Leben. Auch die Mimik ist ein sehr wichtiges und sehr ausgeprägtes Ausdrucksmittel. Es wirkt schon ein wenig wie eine getanzte Pantomime im Ghetto-Style oder eine spirituelle Selbstdarstellung, inklusive politischer Appelle.

In „A Human Race“ ein Kreis aus Sand zum Hauptbühnenbild. Er ist eine formbare Grenze, ein Raum für sich. Es gibt einen Innen- und einen Außenbereich. Soll man lieber im geschützten Innenbereich bleiben? Man spürt die Angst vor der Welt da draußen. Es kostet Überwindung, die Grenze zu überschreiten und für sich aufzuheben. Sehr temperamentvoll ist dabei ihre Körpersprache, geprägt von gewaltfreien, inneren Auseinandersetzungen. Hier und da jonglieren sie mit einem Cap oder stoßen Rufe aus. Begleitet wird ihre Performance von der Komposition „Sacre du Printemps“ von Igor Strawinski, eine Herausforderung für alle, aber eine gelungene.

Es ist ein außergewöhnlicher Stil, der die junge Generation näher an die Tanzszene bringen wird. Es wird noch ein wenig dauern, bis Krump tatsächlich die traditionelle Theaterbühne erobern wird, aber man ist auf einem guten Wege, auch dank der Ruhrfestspiele, die 2021 ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Programm anbieten.

Datum: 19. Mai 2021

www.ruhrfestspiele.de