abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      "Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien" heißt die sehr schöne
      Sonderausstellung im Ruhr Museum. Gezeigt werden Fotos von Mitte der
      1920er bis in die 1960er Jahre hinein.

      Von 1928 bis 1944 lebte Renger-Patzsch in Essen auf der Margarethenhöhe.
      Er war zu der Zeit schon eine bekannte Persönlichkeit. Sein Atelier im
      Museum Folkwang wurde im Zweiten Weltkrieg ausgebombt. Nach dem
      Krieg kehrte er jedoch sporadisch zurück ins Ruhrgebiet. So entstand auch
      ein Großteil der ausgestellten Fotos. Er wurde ein künstlerischer Ausgangs-
      punkt für die Arbeiten von Otto Steinert und den Bechers.

      Die Fotos von Renger-Patzsch entstanden teilweise, als das Ruhrgebiet noch
      ziemlich ländlich war. Die Industrielandschaft von später lässt sich mit
      Fantasie erahnen. 1927 entstanden die ersten Fotos, in der Folge auch oft
      ohne Auftrag. Kleine Kohlen- oder Schlackehalden, kleine Bergwerke, Kühl-
      türme oder Gasometer fand man oft noch inmitten der Landschaft, die kaum
      besiedelt war. Landstraßen verdienten damals noch ihren Namen. Zu den
      Bauernhäusern gesellten sich mehr und mehr vereinzelt Mehrfamilienhäuser
      als Straßenzüge. Draußen auf der Leine hing die dreckige Bergmannsklei-
      dung. Die Straßen wirken auf seinen Fotos fast menschenleer. Er fotogra-
      fierte keine Sozialreportagen. Alle Jahreszeiten sind zu sehen. Besonders
      schön die sehr kontrastreichen Schneefotos.

      Ein wichtiger Bereich seines Schaffens sind Zechenanlagen. Hier sind die
      Übertageanlagen im Mittelpunkt. Er hatte die Architektur im Blick. 1932
      fotografierte Renger-Patzsch erstmals die Zeche Zollverein. Es folgten
      Nordstern Ewald und andere Zechen. Seine Formensprache ist klasse, auch
      bei Architekturfotos außerhalb der Zechen.

      Fotos entstanden auch im Auftrag von Unternehmen. Für die Ruhrchemie
      oder die Gutehoffnungshütte in Oberhausen fertigte er Produktfotos,
      Ansichten von Produktionsbereichen oder zeigte die Belegschaft, vom Motiv
      her alles arrangiert.

      Fotos von während des Zweiten Weltkriegs sind nicht bekannt, nur eine Serie
      von Bombenschäden in der Essener Innenstadt 1943 ist ausgestellt. Auch er
      verlor 1944 18.000 seiner Negative.

      Albert Renger-Patzsch war vielfältig talentiert. Portrait von bekannten und
      weniger bekannten Menschen hat er erschaffen. Die Kultur war ihm ebenfalls
      nicht fern, ob auf der Margarethenhöhe, im Museum oder auf der Theater-
      bühne. Als Hausfotograf im Museum Folkwang lichtete er viele Kunstwerke
      ab. Ein Großteil der Fotos stammt aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde,
      die in der Pinakothek der Moderne in München beheimatet ist.

      Zur Ausstellung ist ein wunderbarer Zatalog im Klartext Verlag erschienen.
      Laufzeit: 10. Oktober 2018 bis 3. Februar 2019

      www.ruhrmuseum.de