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      Im Rahmen des 42. ComedyArts Festival in Moers gaben sich die Jungs von
      Rebell Comedy die Ehre. Salim Samatou, Benaissa Lamroubal, Pu, Hany
      Siam, Babak Ghassim, Khalid Bounouar und DJ Wati sorgten für beste
      Stimmung in der Eventhalle.

      Sie sind ein wilder Haufen, wirbeln verbal über die Bühne und bleiben dabei
      sie selbst. In der Regel können sie auch über sich selbst lachen. Der Spaß
      ist ihnen jedenfalls anzusehen. Jedenfalls hat jeder von ihnen einen familiären
      Migrationshintergrund. Als zweite Generation von Einwanderern sind sie aber
      hier aufgewachsen. Das ist genau ihr Problem. Sollen sie sich als Deutsche
      oder als Ausländer fühlen?

      Viele Themen betreffen ihre Heimatkulturen, es können aber ganz normale
      Alltagsthemen sein. Absolut authentisch bringen sie ihre Dinge rüber, weil
      sie voll dahinter stehen und nicht nur für das Publikum machen. Teilweise
      kringeln sie sich selbst auf der Bühne vor Lachen. Wr ist nur Schuld an
      dieser kaputten Welt? Die USA oder die pöbelnde AfD? Nein, es sind türk-
      ische TV-Soaps, in denen es gewalttätig zugeht. Da gibt es sogar Ohrfeigen.
      Klischees werden gerne verarbeitet. Libanesen können nur als Autohändler
      arbeiten oder eine Shisha-Bar betreiben. Den Deutschen einen Job weg-
      nehmen können sie definitiv nicht. Entweder haben die Deutschen nicht so
      viel Humor wie sie oder man braucht vier Marokkaner für einen Deutschen.
      Die Deutschen sind zu fleißig und zu effizient. Traurig ist es manchmal für
      ihre Vatergeneration. Die Eltern haben manchmal einen guten Humor, der
      jedoch hier an der Sprachbarriere scheitert.

      Alltägliches wie die Wespenplage kam auch auf den Tisch. Das sind doch
      Fliegen mit Klappmesser im BVB-Trikot. Die Gegenwehr kommt gerne als
      Spray daher, ohne zu wissen, was da gerade summt. Niemand will übrigens
      einen kälteren Sommer mit weniger Sonne, wenn man die Leute fragt.

      Rassismus ist für sie Alltag. Das nehmen sie hin. Man spricht sie ganz
      langsam auf Deutsch an, als wären sie erst zwei Tage hier. Man sieht ja
      auch nicht aus wie ein Deutscher mit deutschem Pass. Deutsche nennen
      sie selber Nazi, Kartoffel oder Almand. Zu hören bekommen sie zahlreiche
      Beleidigungen. Völlig absurd ist "Ziegenficker". Die Tiere lassen keine
      erotischen Kontakte mit Menschen zu, sondern laufen weg. Die besten ihrer
      Religionsgenossen haben sich aber schon so stark entfremdet, dass sie
      praktisch nicht mehr zu ihnen gehören, wie Nazan Eckes oder Adel Tawil,
      die quasi Deutsche durch und durch sind. Mesut Özil wurde gerade noch
      aus den Fängen der Deutschen gerettet. Das ist Erdogans Ziege. Herrlicher
      Humor!

      Ihr trockener und gesellschaftsübergreifender Humor kam an. Sie sprechen
      die Dinge klar und herrlich erfrischend an. Es zeugt stets von gutem Humor,
      wenn man sich selbst nicht so ernst nimmt.

      Datum: 13. September 2018

      www.comedyarts.de